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Fußball-WM: Es geht nicht nur um ein Spiel Fußball-WM: Es geht nicht nur um ein Spiel  (ANSA)

D: Kirchen kritisieren FIFA

Hochrangige Vertreter der Kirchen in Deutschland kritisieren den Weltfußballverband FIFA für die Auswahl der Gastgeberländer für Fußball-Weltmeisterschaften.

„Hier sind unentschuldbare Fehlentscheidungen gefallen", sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Ich bin der Meinung, dass bei der Auswahl der gastgebenden Nationen deutlich strengere Maßstäbe gerade im Hinblick auf die Menschenrechtslage angelegt werden müssen."

Wenn Sportler zur nationalen Inszenierung genutzt werden

 

Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, forderte „viel mehr Transparenz" bei der Vergabe künftiger Weltmeisterschaften. Die FIFA werde ihrer Verantwortung bei der Auswahl der Gastgeberländer "schon seit Jahren nicht mehr gerecht", sagte er am Mittwoch in Darmstadt. Bei der WM in Russland drohe die Gefahr, dass „Sportler instrumentalisiert und zur nationalen Inszenierung genutzt werden".

Am Mittwoch wird in Russland entschieden, wer die WM in acht Jahren 2026 ausrichten darf. Zur Wahl stehen Marokko und eine gemeinsame Kandidatur von USA, Kanada und Mexiko. 2022 wird die WM in Katar stattfinden, was immer wieder heftig kritisiert wird angesichts der Lage im Land und der Arbeitsbedingungen beim Bau der Stadien.

Die Erfolgsaussichten der Kritik realistisch sehen

 

Nach Ansicht Jungs ist es auch Aufgabe der Kirchen, „auf die schwierige Situation von Menschenrechtsverletzungen oder einer aggressiven Politik hinzuweisen". Zugleich müssten die Erfolgsaussichten solcher Kritik „realistisch" gesehen werden.

Bei aller berechtigten Kritik an der am Donnerstag beginnenden Turnier sei es wichtig, „nicht den Sport und die Sportler aus dem Blick zu verlieren". Er halte „nichts von übertriebenen Erwartungen in aktuellen politischen Fragen an die Funktionäre und Sportler", sagte Jung und fügte hinzu: „Sie können politische Versäumnisse nicht aufarbeiten."

(kna - pr)
 

13 Juni 2018, 15:02