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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann Der Trierer Bischof Stephan Ackermann   (Bistum Trier)

D: Missbrauchs-Studie der Kirche im September

Die Deutsche Bischofskonferenz wird ihr Forschungsprojekt über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche am 23. September vorstellen. Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland forderte die Kirchen derweil zu noch mehr Aufarbeitung und Prävention auf.

Vom Veröffentlichungsdatum der Missbrauchsstudie sprach der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, am Mittwoch in Berlin. Die Vorstellung solle im Rahmen der Bischofsvollversammlung in Fulda erfolgen. Ackermann äußerte sich laut der Katholischen Nachrichten-Agentur am Rande eines Hearings der Aufarbeitungskommission über Kirchen und Missbrauch.


Wesentliche Ziele des Projekts „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ sind laut Bischofskonferenz neben einer quantitativen Erhebung die Erforschung von Täterstrategien, Opfererleben und des Verhaltens der Verantwortlichen in der Kirche. Außerdem soll es demnach eine Zusammenführung bereits vorliegender nationaler und internationaler Studienergebnisse mit den neuen Erkenntnissen geben.


Das Forschungskonsortium, das seit März 2014 mit der Studie beauftragt ist, wird von Harald Dreßing vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim als Verbundkoordinator geleitet. Neben dem Mannheimer Institut sind das Kriminologische Institut der Universität Heidelberg, das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg und der Lehrstuhl für Kriminologie der Universität Gießen damit befasst. Bei der Vorstellung des Projekts hatte Bischof Ackermann gesagt: „Wir wollen Klarheit und Transparenz über diese dunkle Seite in unserer Kirche - um der Opfer willen, aber auch, um selbst die Verfehlungen zu sehen und alles dafür tun zu können, dass sie sich nicht wiederholen.“ Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, begrüßte 2014 die Initiative als „Meilenstein“.


Unabhängige Kommission: Kirchen können noch mehr tun


Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland forderte die Kirchen am Mittwoch derweil zu mehr Engagement bei der Aufarbeitung und Prävention auf. Die beiden Kirchen hätten häufig nur so viel getan, wie sie es vor allem auf Druck von Betroffenen und der Öffentlichkeit hätten tun müssen, erklärte deren Vorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch in Berlin. Sie äußerte sich bei dem Hearing „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“. Das Gremium untersucht laut eigenen Angaben als unabhängige Kommission sämtliche Form von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland und der ehemaligen DDR.


(kna – pr)
 

27 Juni 2018, 11:17