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Vatican News

Unsere Serie: Warum Theologie studieren? – Folge 1

Nach dem Abitur die Frage: Und was nun? Nicht wenige junge Menschen mit Abitur in der Tasche beginnen ein Studium. BWL, Medizin, Philosophie – oder Theologie. So ein Theologiestudium ist dabei vielseitiger, als es auf den ersten Blick erscheint – und auch die beruflichen Möglichkeiten, die sich den Absolventen eröffnen, sind breit gefächert. Wir haben für unsere Serie mit Theologie-Studierenden gesprochen. Josa hat sich im Theologie-Studium auf den Bereich Kirchenrecht spezialisiert.

Nadine Vogelsberg – Vatikanstadt

Fünf Jahre Theologie-Studium und Josa Merkel hat immer noch nicht genug. Nach dem Studium in Frankfurt am Main kam sie nach Rom und machte dort an der päpstlichen Universität Gregoriana ihr Lizenziat. Auch dieses Studium hat sie bald abgeschlossen und will danach in München ihre Doktorarbeit schreiben.

VN: Warum hast Du Dich dazu entschieden, Theologie zu studieren?

Josa: Ich wollte einfach was machen, wo ich für brenne und was mich interessiert. Und was mir schon immer gut gefallen hat, ist die Bandbreite, die man hat; also, sowohl später im Berufsleben, als auch während des Studiums.

VN: Und bei dieser ganzen Bandbreite hast Du Dich für Kirchenrecht entschieden – warum ausgerechnet dieses Fach?

Josa: Vor dem Theologiestudium wusste ich nicht, wie viele Fächer es gibt. Ich wusste weder, dass man superviel Kirchengeschichte studiert, sehr viel Philosophie, Exegese, all das. Und ganz neu war für mich das Fach Kirchenrecht. Und da war auch schon mal die Frage: Vielleicht Jura studieren, aber Jura allein war jetzt nicht ganz meins und seitdem ich die erste Vorlesung gehört habe in Kirchenrecht wusste ich „Ok, das ist Dein Fach! Da möchtest Du weitermachen.“

VN: Was gefällt Dir am Theologiestudium grundsätzlich besonders gut?

Josa: Die Bandbreite und die Möglichkeit über alles Mögliche, so gefühlt, nachzudenken. Also, was ich auch ganz gerne sage ist: Ich hätte nie gedacht, dass man im Theologie-Studium so viel Religionskritik betreiben kann. Ich glaube alleine in den Vorlesungen zur Religionsgeschichtlichen Umwelt zu hören „Der Auszug aus Ägypten hat so nie stattgefunden“ und das so zu hinterfragen und trotzdem den Stellenwert nicht zu verlieren von der Bibel und unserer religiösen Praxis, das schätze ich sehr.

Und was mir sehr gut am Studium gefallen hat ist auch: Es war immer sehr familiär geprägt. Also, man ist doch eine relativ kleine Studentengemeinschaft und man hat auch zu den Professoren ein anderes Verhältnis. Also, man ist keine Matrikelnummer an einer großen Universität.

VN: Was wirst Du beruflich mit Deinem Studium machen, wenn du fertig bist?

Josa: Ja, es ist einiges möglich, ich könnte an einem Kirchengericht arbeiten, ich könnte versuchen, eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle zu finden – da lasse ich mich noch so ein bisschen überraschen.

Zum Nachhören:

Josa Merkel ist 26 Jahre alt und stammt aus Hessen. In Frankfurt am Main hat sie fünf Jahre lang Theologie studiert und ein Freisemester in München verbracht. Aktuell studiert sie Kirchenrecht an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Sie ist im letzten Jahr ihres Lizenziats und möchte anschließend in München ihre Doktor-Arbeit schreiben.

30 April 2018, 10:25