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Bischof Georg Bätzing ist Präsident der Kommission für Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Georg Bätzing ist Präsident der Kommission für Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz  (Tobias Steiger)

D: Bischöfe treffen sich mit Islam-Vertretern

Die deutschen Bischöfe wollen künftig besser mit den Muslimen im Land ins Gespräch kommen. Bei einer ersten Veranstaltung in Frankfurt stand die Einladung der Bischöfe zu Gebet und Gespräch im Mittelpunkt

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) will mit einem neuen Gesprächsformat den Dialog zwischen Christen und Muslimen fördern. Dazu organisierten die katholischen Bischöfe am Freitag in Frankfurt einen Empfang für 100 geladene Gäste. „Wir kommen als Christen unterschiedlicher Konfessionen und als Muslime verschiedener religiöser, nationaler und kultureller Zugehörigkeiten erstmals in dieser Form zusammen", betonte der Limburger Bischof Georg Bätzing. Die Bischofskonferenz wolle damit „ein Zeichen setzen für die Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs und dies mit einem theologischen Gesprächsimpuls verbinden".

Zu den Gästen zählten die Vorsitzenden der Deutschen Muslim-Liga und des Islamrats sowie der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, außerdem die hessischen Landesvorsitzenden des Verbandes Islamischer Kulturzentren, des deutsch-türkischen Moscheeverbands Ditib, des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken und des Geistlichen Rats der Alevitischen Gemeinde Hessen.


Christen und Muslime treffen sich bei Maria und Jesus


Bätzing sagte weiter, der Empfang verstehe sich auch als ein Signal für den christlich-islamischen Dialog. Anlässlich des katholischen Festtags der „Verkündigung des Herrn" verwies Bätzing auf zwischen den Religionen bestehende Gemeinsamkeiten: „Auch die Muslime verehren sowohl Maria als auch ihren Sohn Jesus; auch der Islam kennt den Engel Gabriel als Boten Gottes", so der Bischof.

Während des Treffens sagte Pater Felix Körner, Professor für Theologie der Religionen an der Päpstlichen Universität Gregoriana in einem Vortrag, dass Christen und Muslime von den jeweils anderen „geistlichen Traditionen" lernen könnten. Er könne sich „ein Zusammenleben vorstellen, das von geistlichen Zentren verschiedener Religionen inspiriert ist". Diese müssten „gut ausgebildete Begleiter" haben, damit sie „sich nicht als manipulative Gurus aufspielen".

Imtiaz Ahmad Shaheen, islamischer Theologe und Imam der Nuur Moschee der Ahmadiyya in Frankfurt, wertete das Treffen als positives Zeichen „gerade in Anbetracht der religiösen Unwissenheit und Islamfeindlichkeit, die derzeit in der Gesellschaft herrschen und die zu Spaltungen führen". Er hoffe, dass der Empfang „keine einmalige Veranstaltung" gewesen sei.

(pm/katholisch.de – jg)
 

14 April 2018, 11:34