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Vatican News
Afghanische Flüchtlinge in Pakistan Afghanische Flüchtlinge in Pakistan  (AFP or licensors)

Österreich: Jesuit gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Der ehemalige Chef des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS, Peter Balleis, fordert von EU-Staaten wie Österreich und Deutschland ein Umdenken bei der Abschiebung von abgelehnten Asylwerbern nach Afghanistan.

Der Staat sei „definitiv kein sicheres Herkunftsland“, sagte Balleis in einem Interview der Nachrichtenagentur Kathpress in Wien. Besonders junge Menschen seien nach ihrer Rückkehr noch gefährdeter als der Rest der Bevölkerung, erklärte der aktuelle Leiter des Bildungsprogramms „Jesuit Worldwide Learning“ (JWL).

Besonders gefährlich sei es, wenn die Familie in weniger friedlichen Gebieten lebe oder das Geld für einen Flug in einen sicheren Landesteil fehle. Das Abschieben von integrierten Flüchtlingen in Ausbildung führe zudem zu einem Wissensverlust. In Europa herrsche die Angst vor einem Identitätsverlust durch erhöhte Migration. Allerdings hätten die westlichen Länder lange genug ihren Reichtum vorgeführt, nun müsse man sich gegen den „Kapitalismus und Mainstream“ stellen und für die Opfer in den Krisengebieten da sein, sagte Balleis.

Als Leiter von „Jesuit Worldwide Learning“ setzt sich Balleis seit 2010 für ein digitales Hochschulangebot für Flüchtlinge ein. Insgesamt studieren in den multi-ethnischen und multi-religiösen Lerngruppen rund 360 Menschen aus 20 Nationen an insgesamt 17 Standorten, wie Afghanistan, Nepal, Sambia oder dem Irak. Durch Kooperation mit Universitäten ist auch der Abschluss mit einem „Diploma of Liberal Arts“ möglich. Über 3.000 weitere Frauen und Männer würden zudem Sprachkurse und Weiterbildungen belegen.

19 Februar 2018, 15:00