Nach dem Beben Nach dem Beben  (AFP or licensors)

Marokko: Hunderte von Todesopfern nach Erdbeben - Beileid des Papstes

Dreißig Sekunden, mitten in der Nacht: In der Nähe von Marrakesch in Marokko hat die Erde gebebt, die Erdstöße erreichten die Stärke 7,0 auf der Richterskala. Nach Medienberichten starben mehr als 800 Menschen, es gibt mehrere hundert Verletzte. Der Papst hat in einem Beileidstelegramm an diesem Samstag sein Gebet für alle Betroffenen versprochen.

In den Gebirgsregionen haben die Rettungskräfte Mühe, zu den Opfern vorzudringen. Es war das wohl schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes, in ganz Marokko war es zu spüren.

„Wir haben noch keine genaue Einschätzung der Lage, es fehlen uns noch viele Informationen“, sagte Kardinal Cristóbal Lopez Romero von Rabat im Interview mit uns am Samstagmorgen. „In Marrakesch gibt es nicht viele Schäden, wir haben nur die Nachricht, dass in unserer Kirche in Marrakesch aufgeräumt werden muss, weil Putz von den Wänden gefallen ist, aber das ist offenbar nichts Ernstes. Allerdings kam das Beben mit großer Gewalt über Marrakesch…“

Erhebliche Schäden in vielen Teilen des Landes

Tausende von Menschen strömten in der Nacht in Marrakesch auf die Straßen und in das Gassengewirr der Medina, des historischen Zentrums. Die 1120 zur Verteidigung der Stadt gegen Angriffe von Berberstämmen errichteten Mauern wurden beschädigt. Auf dem berühmten Platz Jamaa el Fna stürzte das Minarett einer kleinen Moschee ein, am Glockenturm der katholischen Kirche im Gueliz-Viertel entstanden mehrere Risse. In mehreren Teilen des Landes kam es zu erheblichen Schäden.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Marokko - Radio Vatikan

„Ich bereite jetzt ein Kommuniqué vor, um zwei Dinge zum Ausdruck zu bringen. Das erste ist das Mitgefühl mit den Familien, die von diesem Erdbeben betroffen sind, vor allem mit diejenigen, die gestorben sind, aber auch mit den Verletzten und denjenigen, die ihre Häuser verloren haben. Zweitens will ich alle Christen und Menschen guten Willens zu Solidarität aufrufen, zu Mitgefühl, auch zu Gebet. Auch ich bete zum barmherzigen Herrn, dass er die Seelen der Verstorbenen aufnehme und allen Familien, die von dieser Naturkatastrophe betroffen sind, Trost spenden möge.“

„Unsere Caritas kann nur symbolisch helfen...“

Das marokkanische Innenministerium rief die Bürger auf, Ruhe zu bewahren und keine Panik zu schüren. Von vielen Seiten, etwa der EU, kommen jetzt Hilfsangebote an Rabat. Die italienischen Bischöfe schicken 300.000 Euro Soforthilfe nach Marokko. Die Caritas Marokko wird tun, was sie kann, versichert der Erzbischof von Rabat.

„Solche Hilfe ist sehr wichtig, aber sie bleibt immer symbolisch, denn wir sind eine kleine Kirche mit sehr wenigen menschlichen und materiellen Ressourcen. Wir können also ein bisschen tun, aber wir sind keine Macht wie Caritas Italien oder Caritas Spanien. Derzeit berät unsere Caritas, wie man das mit den Hilfen am besten angeht, aber das wird eine kleine Sache - wir können nicht viel tun…“

Beileid des Papstes

Papst Franziskus hat noch an diesem Samstag ein Beileidstelegramm nach Marokko geschickt, das von seinem Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet ist. Darin spricht er von seinem „Schmerz angesichts dieser verheerenden Naturkatastrophe“ und erklärt sich mit allen Betroffenen solidarisch. Er bete für die Verstorbenen, Verwundeten und ihre Familien.

(vatican news – sk)

- Diese Meldung wurde um 15 Uhr aktualisiert -
 

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09. September 2023, 12:15