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Australien: Kirche antwortet auf Missbrauchs-Empfehlungen

Die australischen Bischöfe und Ordensobere haben auf den Bericht der Königlichen Kommission zum Thema Missbrauch geantwortet. Sie dankten den Verfassern und den Opfern, die sich gemeldet hatten, und boten diesen ihre „vorbehaltlose Entschuldigung“ an. Von den 80 Empfehlungen, die die Kommission der Kirche vorlegte, wiesen die Bischöfe und Ordensleute nur eine zurück: die Empfehlung, das Beichtgeheimnis zu lockern.

Mit einem Bekenntnis zum „Nie wieder" begann die offizielle Antwort der katholischen Kirche in Australien auf den Abschlussbericht der staatlichen Missbrauchskommission. „Es wird keine Vertuschungen mehr geben. Es wird keine Versetzungen von Missbrauchsbeschuldigten mehr geben. Der Ruf der Kirche wird nicht mehr über die Sicherheit von Kindern gestellt", versicherte Erzbischof Mark Coleridge, Vorsitzender der Bischofskonferenz.

„Wir verpflichten uns erneut, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Wunden des Missbrauchs zu heilen und die Kirche zu einem wirklich sicheren Ort für alle zu machen", heißt es in der 57 Seiten umfassenden Antwort auf den Missbrauchsbericht. 47 Empfehlungen an die Kirche nahmen die australischen Bischöfe und Ordensobere vorbehaltlos an, 13 leitete sie zur Begutachtung an den Heiligen Stuhl weiter, die übrigen wurden grundsätzlich angenommen oder unterstützt. Einzig die Lockerung des Beichtgeheimnisses lehnten die Bischöfe und Ordensleute ab – dies betreffe den Glauben und trage nicht zum Schutz von Kindern bei. „Das geht an der Realität der Beichte vorbei, weil die meisten Beichten anonym sind. Wenn also jemand den Missbrauch eines Kindes beichtet, würde er das mit Sicherheit anonym machen", sagte Coleridge.

„Es wird keine Vertuschungen mehr geben. Es wird keine Versetzungen von Missbrauchsbeschuldigten mehr geben. Der Ruf der Kirche wird nicht mehr über die Sicherheit von Kindern gestellt“

Zu den nach Rom weitergeleiteten Empfehlungen gehören unter anderem ein erweitertes Verfahren zur Auswahl von Bischöfen, die Möglichkeit des freiwilligen Zölibats für Diözesanpriester, die Änderung des päpstlichen Geheimnisses in Fällen sexuellen Missbrauchs und die Einrichtung eines Kirchengerichts in Australien, das Fälle gegen den Klerus beurteilen kann. Weitere Empfehlungen, die das Kirchenrecht betreffen, wurden ebenfalls an den Vatikan überstellt. Sie betreffen etwa die Veröffentlichung von Entscheidungen des Vatikans und der Kirchengerichte und die Änderung des Kirchenrechts über die Vernichtung von Dokumenten.

Unterzeichnet ist die Antwort von Coleridge sowie von Schwester Monica Cavanagh, der Vorsitzenden des australischen Dachverbands für Ordensgemeinschaften CRA. Cavanagh betonte, die Kirche in Australien tue nicht nur „das unvermeidbare Minimum zur Vermeidung von Missbrauch", sondern verändere derzeit ihre gesamte „Kultur".

 

Kirche verändere derzeit ihre gesamte Kultur

 

Ihren Abschlussbericht hatte die von der australischen Regierung 2013 eingesetzte Kommission zur Untersuchung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch in kirchlichen und weltlichen Institutionen am 15. Dezember 2017 vorgelegt.

In den fünf Jahren ihrer Arbeit hatte die Kommission insgesamt 57 öffentliche Anhörungen abgehalten und hinter verschlossenen Türen die Aussagen von 8.013 Missbrauchsopfern gehört. 4.000 waren in Einrichtungen christlicher Kirchen sexuell missbraucht worden. 40 Prozent der Mitglieder katholischer Orden in Australien sowie sieben Prozent der katholischen Priester haben nach Erkenntnissen der Kommission zwischen 1950 und 2009 Kinder sexuell missbraucht.

(vatican news/kna – gs)

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31. August 2018, 15:08