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Papst bei Generalaudienz: Danke Bulgarien und Nordmazedonien!

Wenige Stunden nach seiner Rückkehr aus Skopje ist Papst Franziskus an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz auf die Reise nach Bulgarien und Nordmazedonien eingegangen. Bulgarien sei eine „Brücke zwischen Ost- und Westeuropa“, während der kleine Balkanstaat Nordmazedonien vor allem mit der Herausforderung für die jungen Bürger beschäftigt sei, so sein Fazit. Auch betete er für den verstorbenen „Arche“-Gründer Jean Vanier.
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Mario Galgano – Vatikanstadt

Mit einem „herzlichen Dankeschön“ an die Behörden und Kirchenvertreter in Bulgarien und Nordmazedonien für die Durchführung der Reise begann der Papst seine Ansprache. An diesem Mittwoch setzte er seine Katechesereihe zum Vaterunser aus und ging – wie üblich nach Auslandsreisen – auf seinen jüngsten Besuch nach Südosteuropa ein.

Die erste Etappe führte ihn nach Bulgarien, wo er auf den Spuren von Angelo Roncalli, dem späteren Papst Johannes XXIII., wandelte. Dieser heilige Kirchenmann habe sich für den Frieden eingesetzt und dies sei auch sein Anliegen bei seinem Besuch in Sofia und Rakoswki gewesen, so Franziskus.

Er habe dort alle eingeladen, „auf dem Weg der Geschwisterlichkeit zu gehen“; und auf diesem Weg habe er insbesondere bei seinem Treffen mit dem Patriarchen Neofit von der bulgarisch-orthodoxen Kirche sowie den Mitgliedern der Heiligen Synode „einen Schritt nach vorne“ machen können. Es sei die Berufung und Mission eines jeden Christen, „ein Zeichen und Werkzeug der Einheit“ zu sein. Dies könne man „mit Hilfe des Heiligen Geistes“ sein, indem man das, „was uns verbindet, dem voranstellt, was uns trennt“.

Slawen-Apostel waren kreativ

In Sofia habe er „in der majestätischen Patriarchen-Kathedrale des heiligen Aleksander Newski“ beten dürfen. Dort sei er im Gebet vor der Ikone der beiden heiligen Brüder Kyrill und Method gestanden, erinnerte der Papst. Die beiden Slawen-Apostel hätten ihre griechisch-christliche Kultur „kreativ“ umgesetzt, „um die christliche Botschaft an die slawischen Völker weiterzugeben“, fügte Franziskus an.

Er habe zweimal die Eucharistie mit der katholischen Gemeinschaft in Bulgarien gefeiert und sie ermutigt, „hoffnungsvoll und großzügig zu sein“. Der letzte Akt der Reise nach Bulgarien erfolgte zusammen mit den Vertretern der verschiedenen Religionen, so der Papst weiter: „Wir erbaten das Geschenk des Friedens von Gott, während eine Gruppe von Kindern Fackeln trug, ein Symbol des Glaubens und der Hoffnung.“

Die zweite Etappe stand im Zeichen der heiligen Mutter Teresa: In der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje, wo Mutter Teresa zur Welt kam, habe er um ihre Fürsprache gebetet. „Ich habe in Anwesenheit anderer religiöser Führer und einer großen Gruppe armer Menschen gebetet, und ich segnete auch den Grundstein für ein Heiligtum, das ihr gewidmet ist“, sagte der Papst auf dem Petersplatz.

Eigenständigen Weg Nordmazedoniens unterstützt

Der Heilige Stuhl habe von Anfang an versucht, den „eigenständigen Weg“ Nordmazedoniens zu unterstützen, erinnerte der Papst. Mit seinem Besuch wollte er vor allem die traditionelle Fähigkeit Nordmazedoniens hervorheben, „verschiedene ethnische und religiöse Zugehörigkeiten aufzunehmen, sowie sein Engagement für die Aufnahme und Unterstützung einer großen Zahl von Migranten und Flüchtlingen in der Krisenzeit von 2015 und 2016“.

Nordmazedonien sei ein Land, das aus institutioneller Sicht jung sei. Gleichzeitig handele es sich auch um ein Land, „das klein ist und sich für weite Horizonte öffnen muss, ohne seine Wurzeln zu verlieren“. Deshalb war es für Franziskus wichtig, „dass dort das Treffen mit jungen Menschen stattfand“. Jungen und Mädchen verschiedener christlicher Konfessionen, aber auch anderer Religionen seien dort vereint durch den Wunsch, „etwas Schönes im Leben aufzubauen“. Deshalb habe er sie ermahnt, „große Träume zu verwirklichen und sich zu engagieren, wie die junge Agnes - die zukünftige Mutter Teresa - die der Stimme Gottes lauschte und im Gebet und im Fleisch der bedürftigen Brüder und Schwestern sprach“.

Ein wenig Hefe reicht, um Teig aufgehen zu lassen

Neben den Zeugnissen der Jugendlichen habe er in Skopje auch die der Priester und Ordensleute gehört. Männer und Frauen, die ihr Leben Christus gewidmet haben, so der Papst. Für sie käme „früher oder später“ die Versuchung, zu sagen: „Herr, was ist dieses kleine Geschenk von mir angesichts der Probleme der Kirche und der Welt? So erinnerte ich sie daran, dass ein wenig Hefe den ganzen Teig aufgehen lassen kann, und ein wenig Parfüm, rein und konzentriert, verleiht der ganzen Umgebung einen guten Geruch“, sagte der Papst.

Ein Anliegen der Reise sei die Hervorhebung des „Geheimnisses Jesu, der Eucharistie, und somit Samen des neuen Lebens für die ganze Menschheit“. Die Heilige Messe, die auf dem Platz von Skopje gefeiert wurde, habe am Rande des heutigen Europas das Wunder Gottes erneuert. Dieses Wunder sei das Brechen des wenigen Brotes und das Teilen der Fische, um den Hunger der Menschen zu sättigen. „Seiner unerschöpflichen Vorsehung vertrauen wir die Gegenwart und die Zukunft der Völker an, die ich auf dieser Reise besucht habe“, schloss der Papst seine Ansprache.

(vatican news)

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Eindrücke von der Generalaudienz
08. Mai 2019, 10:18