Papst Franziskus bei einer Videobotschaft - Archivbild Papst Franziskus bei einer Videobotschaft - Archivbild 

Papst stärkt „Hispanics“ in den USA den Rücken

Der Name Donald Trump kam natürlich nicht vor in einer Video-Botschaft, die der Papst am Donnerstag in die USA geschickt hat. Und doch ist Franziskus‘ Grußwort an die katholischen „Hispanics“ im Land indirekt auch eine Antwort auf die Politik des US-Präsidenten.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Noch im Wahlkampf hatte Trump 2015 die illegalen Einwanderer aus Mexiko als „Vergewaltiger“ bezeichnet; sie brächten „Drogen und Verbrechen“ mit sich in die USA und müssten deshalb mit einer Mauer zurückgehalten werden. Demgegenüber setzte Franziskus in seiner Botschaft an einen Kongress über Pastoral an hispanischen Katholiken auf das Einreißen von Mauern und auf den Bau von Brücken.

„Mit dieser fünften Begegnung versuchen Sie, eine Kultur der Begegnung zu schaffen, die Hoffnung schürt. Verschiedene Kulturen, verschiedene Lebens- und Denkweisen treffen sich und gehen zusammen in Hoffnung voran. Eine neue Weise, miteinander in Beziehung zu treten, ermuntert die Einzelnen und die Gruppen, den Reichtum ihrer Traditionen, ihrer Erfahrungen miteinander zu teilen, Mauern niederzureißen und Brücken zu bauen.“

Nicht abschotten, keine Angst haben vor der Diversität

Die Katholiken in den USA sollten sich nicht abschotten, sondern „aus der Bequemlichkeit herausgehen“ und ein Bezugspunkt werden für alle, die Hoffnung für die Zukunft suchten, „vor allem für junge Leute und Familien an den Peripherien der Gesellschaft“. Missionarisch sollten sie sein, lebendig und ohne Angst vor „menschlicher und kultureller Diversität“. Die „Hispanics“, die die katholische Kirche in den USA immer stärker prägen, hätten viel zu bieten und seien für die Zukunft der Kirche ausgesprochen wichtig.

„Ich weiß, dass der Prozess dieser fünften Begegnungs-Initiative vielen Immigranten Mut gibt, die in Angst und Unsicherheit leben. Jetzt erfahren sie einen stärkeren Gemeinschaftsgeist, Freundschaft und Unterstützung. Solche Begegnungen sind auch ein Werkzeug der göttlichen Gnade, um die Herzen vieler Menschen zu bekehren… Ich bitte alle Ortskirchen, zu überlegen, wie sie am besten auf die wachsende Präsenz, auf die Gaben und das Potential der hispanischen jungen Leute und Familien – und auch derer, die aus anderen Kulturen kommen – eingehen können.“

„Vorwärts!“

Der Papst aus Südamerika, der auch schon mal an der Grenze zwischen den USA und Mexiko gebetet hat (kurz vor der Ära Trump, und von der mexikanischen Seite aus), erinnerte die „Hispanics“ an die Patronin Amerikas, Unsere Liebe Frau von Guadalupe. „Ich bitte sie, auf euch zu schauen – lasst euch von ihr ansehen! Und euch bitte ich, nicht zu vergessen, für mich zu beten… Vorwärts!“

Das Großtreffen zur Pastoral an hispanischen Katholiken wird zum fünften Mal von der US-Bischofskonferenz organisiert. Ins texanische Grapevine kommen dazu Menschen aus 2.500 Pfarrgemeinden aus allen Teilen der USA. Die Begegnung endet am Sonntag.

(vatican news)

 

 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

21. September 2018, 10:37