Noch im Oktober war unklar, ob und wie das Friedenslicht aus Bethlehem in die Welt gelangt Noch im Oktober war unklar, ob und wie das Friedenslicht aus Bethlehem in die Welt gelangt  (ANSA)

Ö/CH: Trotz Krieg kommt das Friedenslicht direkt aus Bethlehem

Noch im Oktober war unklar, ob und wie das Friedenslicht aus Bethlehem in die Welt gelangt, angesichts das Krieges im Nahen Osten. Doch nun hat es den Weg nach Österreich gefunden. Von dort aus wird es in die ganze Welt verteilt. In der Schweiz kommt es am 17. Dezember an.

Seit 1986 wird das Friedenslicht aus Bethlehem über Österreich in die ganze Welt hinausgetragen – seit 31 Jahren setzt es auch in der Schweiz ein Zeichen für Frieden. Solange schon engagiert sich Walter Stählin für den vorweihnachtlichen Brauch, der auf Initiative des Senders ORF Oberösterreich entstand.

Flug ab Tel Aviv nicht möglich

In der Tat habe man sich dieses Jahr in einer sehr schwierigen Situation befunden, bestätigt der Präsident des Vereins Friedenslicht Schweiz, auf Anfrage gegenüber kath.ch. „Noch Ende Oktober wussten wir nicht, ob es ein Zeitfenster geben würde für den Transport des Friedenslichtes.“ Grund war das Wiederaufflammen des Nahostkonflikts am 7. Oktober mit dem terroristischen Angriff der Hamas.

Normalerweise wird das Friedenslicht von Bethlehem im Westjordanland nach Tel Aviv gebracht und fliegt dann in zwei speziellen Sicherheitslaternen nach Wien. Weil die israelische Stadt nicht angeflogen werden konnte, habe man dieses Jahr eine andere Lösung finden müssen, so Walter Stählin.

Mädchen brachte Friedenslicht nach Amman

Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airline habe schließlich die jordanische Hauptstadt ins Spiel gebracht. „Eine Herausforderung war bei dieser Lösung der Transport des Friedenslichtes von Bethlehem nach Amman.“

Doch der Einsatz eines israelischen Kameramannes habe auch dies möglich gemacht. „Er hat Pillar Jarayseh auf ihrer Reise nach Amman begleitet“, sagt Walter Stählin. Das 12jährige palästinensische Mädchen Pillar Jarayseh ist Christin und hatte am 16. November das Friedenslicht in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet.

Bereits 2020 und 2021, während der Corona-Pandemie, haben christliche Mädchen aus Bethlehem das Friedenslicht entzündet, wie die Katholische Nachrichtenagentur KNA berichtet.

Friedenslichtkind konnte nicht nach Bethlehem reisen

Üblicherweise ist dies die Aufgabe eines Kindes aus Österreich. Michael Putz (12) aus Steyr, das diesjährige Friedenslichtkind, konnte die Reise an den Ort von Christi Geburt nicht unternehmen. Immerhin durfte der Knabe das Licht am 16. November nach dessen Ankunft am Flughafen von Wien entgegennehmen. Und er kann sich auf eine Reise nach Rom freuen, wo er das Friedenslicht Papst Franziskus überreichen wird, wie Walter Stählin sagt.

Wie wichtig das weltweite Beten und Einstehen für den Frieden sei, zeige insbesondere die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten und anderen Regionen der Welt, heißt es in einer Medienmitteilung des Vereins Friedenslicht Schweiz. „Ein Licht des Friedens und der Versöhnung aus der Geburtsgrotte in Bethlehem soll alle Menschen dafür stärken.“ Der Brauch steht dieses Jahr unter dem Motto „Licht teilen – Licht sein“.

Frieden sei hierzulande genauso wichtig wie in Ländern, in denen zurzeit Krieg herrsche, meint Walter Stählin. In der Gesellschaft und in den Familien. „Man soll nicht nur über Frieden reden, sondern Frieden auch leben.“

Ankunft am 17. Dezember in der Schweiz

Zurzeit brennt die Flamme des Friedenslichts aus Bethlehem im ORF-Fernsehstudio in Linz. Kurz vor Weihnachten wird das Licht in über 30 Länder in Europa und Übersee hinausgetragen. In der Schweiz kommt das Friedenslicht am 17. Dezember in den Städten Basel, Freiburg, Luzern und Zürich an, ab dem 18. Dezember an vielen weiteren Stützpunkten. Auf dass das Friedenslicht aus Bethlehem am Heiligen Abend hierzulande in den Wohnungen der Menschen brennen kann.

(kath.ch – mg)

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05. Dezember 2023, 13:54