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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann Der Trierer Bischof Stephan Ackermann   (Bistum Trier)

D: Bischof verteidigt Diözesanreform in Erklärungen an Rom

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die vom Vatikan vorerst gestoppte Pfarrreform in seiner Diözese gegen Kritik verteidigt. Er habe nun zwei Stellungnahmen an die zuständigen römischen Stellen geschickt, sagte Ackermann in einem Interview der Trierer Kirchenzeitung „Paulinus“.

Bischof Ackermann betonte, die Überlegungen, die hinter dem - vorerst ausgesetzten - Umsetzungsgesetz zur Pfarrreform stünden, seien „nicht einem mutwilligen Wunsch nach Veränderungen entsprungen“. Sie seien der Versuch, auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten.

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Ackermann sagte, dass der auf die katholische Kirche wirkende „Veränderungsdruck“ hoch sei „und noch weiter steigt“. Es gehe letztlich „nicht bloß um eine Reform von Strukturen. Wir wollen eine Kirche, die stärker missionarisch und diakonisch ausgerichtet ist“, betonte der Bischof.

Kleruskongregation bestimmte Aussetzung der Pfarreien-Zusammenlegung

Im November 2019 hatte sich nach Beschwerden einer Priestergruppe und mehrerer Katholiken aus der Diözese der Vatikan eingeschaltet. Die Kleruskongregation bestimmte, die Zusammenlegung der Pfarreien in der Diözese Trier vorerst auszusetzen, um die Kritik sorgfältig zu prüfen. Ackermann sollte gegenüber der Kleruskongregation und dem Päpstlichen Rat für die Interpretation der Gesetzestexte zu den Beschwerden Stellung nehmen - was er nun tat.

In dem Interview betonte er, die Trierer Diözesansynode habe „sehr deutlich formuliert, dass es eine andere Gestalt der territorialen Seelsorge braucht“. In seinen Stellungnahmen hebe er aber auch hervor, „dass die Auflösung der bisherigen Pfarrstrukturen nicht zu einer Anonymisierung der kirchlichen Lebenszusammenhänge und damit zu den gefürchteten 'XXL-Pfarreien' führt“.

(pm/kna – mg)

22 Januar 2020, 13:21