Proteste in Colombo Proteste in Colombo  (ANSA)

Sri Lanka: „Wahlen nicht verschieben“

Nach den Massenprotesten und der Gewalt in dem bankrotten südasiatischen Land rufen die anglikanische und die katholische Kirche die Regierung dringend dazu auf, Kommunalwahlen nicht länger zu verschieben.

Damit greifen sie eine Forderung der Oppositionspartei „National People's Power“ (NPP) auf. Die Polizei setzte vor einigen Tagen in der Hauptstadt Colombo Tränengas und Wasserwerfer ein, um Demonstranten zu vertreiben, die gegen die Verschiebung der Kommunalwahlen protestierten.

Eigentlich sollten die Wahlen Ende Februar stattfinden, doch die Regierung verschob sie mit der Begründung, das Land habe kein Geld, um die Wahlen inmitten der massiven Wirtschaftskrise durchzuführen.

„Das Land befindet sich jetzt in einer Diktatur“

Zwei anglikanische Bischöfe forderten die Regierung in einer Erklärung auf, an der Demokratie festzuhalten, und erklärten, das Land befinde sich jetzt in einer Diktatur. Zuvor hatte auch Kardinal Malcolm Ranjith erklärt, die Verschiebung der Kommunalwahlen sei eine antidemokratische Maßnahme.

Millionen von Menschen leiden in Sri Lanka unter dem Mangel an Treibstoff, Lebensmitteln, Medikamenten und Kochgas. Im vergangenen Jahr war Präsident Gotabaya Rajapaksa wegen der Proteste im Land zurückgetreten.

(ucanews – sk)
 

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05. März 2023, 10:43