Schule in Eritrea Schule in Eritrea 

Eritrea: Staat will Kontrolle über kirchliche Schulen

Die eritreischen Behörden haben die Kontrolle über eine katholische Schule übernommen und planen die Übernahme einer weiteren Schule. Der Grund dafür ist, dass der Staat befürchtet, die Kirche würde sich in Angelegenheiten des Staates einmischen. Die Kirche forderte die Regierung auf, demokratische Prinzipien statt autoritäre Strukturen, anzuwenden.

Einem BBC-Bericht zufolge hat die Regierung von Eritrea die Hagaz Agro-Technical School (HATS) übernommen, eine katholische Bildungseinrichtung, die von den Brüdern der christlichen Schulen (LaSalle Brüder) gegründet und betrieben wurde. Die Schule biete seit über 20 Jahren Schulungen in den Bereichen Landmaschinen, Ackerbau, Viehzucht sowie Bodenerhaltung an.

Ein ähnlicher Schritt sei auch für die Don Bosco Technical School in Dekemhare in Planung, heißt es in dem Bericht weiter unter Verweis auf Quellen, die anonym bleiben wollen. Demnach soll in Eritrea „eine weitere Ausbildungsstätte, die in katholischem Besitz ist, im September dieses Jahres an die Regierung übergeben werden".

Kirche wehrt sich

Die jüngsten Beschlagnahmungen reihen sich in eine Reihe von Einschränkungen durch den Staat ein, die in dem Land am Horn von Afrika seit 2019 durchgeführt werden. Die Regierung beruft sich dabei auf eine Verordnung aus dem Jahr 1995, die die Aktivitäten religiöser Einrichtungen einschränkt.

Die katholischen Bischöfe in Eritrea haben sich gegen die Verordnung gewehrt und argumentiert, dass die sozialen Dienste der Kirche nicht in Opposition zur Regierung stehen. Die BBC zitierte eine entsprechende Passage aus einem Brief von Bischöfen an die eritreische Regierung. Die Kirchenführer sollen die Regierung Eritreas wiederholt aufgefordert haben, „eine integrative Demokratie zu fördern und autoritäre Taktiken zu beenden".

Beschlagnahmung als Vergeltung

„Viele Analysten glauben, dass die jüngsten Beschlagnahmungen eine Vergeltung für die Forderung der katholischen Kirche nach Reformen in dem Einparteienstaat sind", ordnet die BBC die Vorgänge ein. Die eritreische Regierung duldet die katholische Kirche neben der eritreisch-orthodoxen Kirche, der evangelisch-lutherischen Kirche und dem sunnitischen Islam. Andere religiöse Gruppen im Land würden als Fremdkörper gewertet.

(aciafrica - schw) 

 

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29. August 2022, 10:46