Gewählter Präsident: Gustavo Petro Gewählter Präsident: Gustavo Petro 

Kolumbien: Schwenk nach links

Der Linkspolitiker Gustavo Petro hat die Präsidentenwahl in Kolumbien gewonnen. Auf den früheren Guerrilla-Kämpfer und seine Vize-Präsidentin, die Afro-Kolumbianerin Francia Marquez, entfielen in der Stichwahl knapp über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Für Kolumbien, das seit Jahrzehnten von rechten Politikern regiert wird, bedeutet das einen historischen Schwenk nach links. Petro verwies den Unternehmer Rodolfo Hernandez, der im Wahlkampf mit Anti-Establishment-Tönen eine überraschende Aufholjagd hingelegt hatte, auf den zweiten Platz.

Vor der Stichwahl hatte Petro noch von einem möglichen Wahlbetrug gesprochen; davon war hinterher keine Rede mehr. Sowohl Hernandez als auch der frühere konservative Präsident Alvaro Uribe und der scheidende Präsident Ivan Duque gratulierten dem Wahlsieger.

Bischöfe würdigen ruhigen Ablauf der Wahlen

Bei seinem ersten großen Auftritt in der Hauptstadt Bogotà gab sich Petro nach den scharfen Tönen im Wahlkampf ungewohnt präsidial und versöhnlich. Er wolle Kolumbien zusammenführen und das Gespräch mit den USA suchen. Seine Wahl bedeute eine wichtige Veränderung für das Land. Allerdings bekräftigte Petro einmal mehr, den „Kapitalismus weiterentwickeln“ zu wollen. Schon im Wahlkampf hatte er sich viele Anliegen der landesweiten Sozialproteste von 2019 zu eigen gemacht.

Die katholische Bischofskonferenz würdigte in einer ersten Reaktion vor allem den ruhigen Ablauf der Wahlen, die zu einer „wirklichen Feier der Demokratie“ geworden seien. Vor dem neuen Präsidenten stünden allerdings große Herausforderungen. Dabei werde es wichtig sein, alle Teile der Gesellschaft mit einzubeziehen.

(vatican news – sk)
 

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20. Juni 2022, 10:31