Venezolanische Flüchtlinge kampieren auf einem Platz in Iquique Venezolanische Flüchtlinge kampieren auf einem Platz in Iquique 

Chile: Bischöfe verurteilen Gewalt gegen Migranten

Die Bischofskonferenz hat die jüngsten Übergriffe auf Migranten in Iquique verurteilt und die lokalen Behörden zur geordneten Aufnahme und Legalisierung der Schutzsuchenden aufgefordert.

Ende vergangener Woche gab es in der nordchilenischen Stadt unweit der Grenze zu Peru mehrere Angriffe auf Migranten, darunter auf Minderjährige und Schwangere. Eine aggressive Gruppe von Menschen beschimpfte bei einem Marsch venezolanische Migranten, entwendete den Flüchtlingen Kleidung, persönliche Gegenstände und Zelte und verbrannte diese und rief dabei: „Es lebe Chile“. Tags zuvor wurden Migranten bei einer Räumung auf der ehemaligen Plaza Brasil geschlagen und angegriffen, darunter Kinder und Frauen.

Chilenen selbst fanden Zuflucht

 

„Dies ist nicht das Chile, das wir alle anstreben“, reagierte die Ständige Kommission der chilenischen Bischofskonferenz auf die Übergriffe in einer Erklärung vom Montag. Die Gewalttaten gegen die Einwanderer habe man mit „Schmerz und Ablehnung“ aufgenommen, so die Bischöfe, die vor Fremdenfeindlichkeit und einem „nach innen gewandten“ Denken warnten. Migration sei ein Menschenrecht, Gründe der Flucht seien oftmals „Situationen von Armut, Gewalt und Krisen“. Chilenen selbst hätten in anderen Ländern des Kontinentes Zuflucht gefunden, halten sie mit Verweis auf die bewegte Landesgeschichte vor Augen.

Konkrete Lösungen für Migranten und Bürger finden 

Die nationalen und lokalen Behörden rufen die Kirchenvertreter zu einem koordinierten und zeitnahen Vorgehen auf, um Sicherheit und Unterkunft für die Schutzsuchenden zu garantieren, städtische Räume zu entlasten und „Legalisierungsprozesse im Einklang mit dem Gesetz“ einzuleiten. Die Politik müsse sich des Problems annehmen und auch transnational Lösungen finden, unterstreichen sie: „Wir sind uns alle einig, dass die Migration reguliert werden muss, aber sie zu regulieren ist nicht dasselbe wie ein Verbot oder sie unflexibel unmöglich zu machen. Migration sollte nicht nur als Bedrohung gesehen werden, sondern als Chance, eine friedliche Zukunft aufzubauen.“

(vatican news – pr)
 

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28. September 2021, 10:00