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Präsident Putin und Patriarch Kyrill Präsident Putin und Patriarch Kyrill  (ANSA)

Russland: Gottesbezug in Verfassung einfügen

Der Moskauer Patriarch Kyrill hat den Vorschlag gemacht, in der russischen Verfassung den Gottesbezug einfügen zu lassen. Auch Vertreter des russischen Islamrates haben sich positiv zu diesem Vorschlag geäußert. Entsprechende Parlamentskommissionen sind nun daran, eine entsprechende Verfassungsänderung in die Wege zu leiten.

Anlässlich des Jahrestages seiner Amtseinsetzung bekundete Patriarch Kyrill den Wunsch, den Gottesbezug in die Verfassung der russischen Föderation einfügen zu lassen. Am 1. Februar hat Kyrill sein 12. Amtsjahr begangen. Während der Feierlichkeiten sagte der Patriarch: „Wir beten und bemühen uns, dass Gott in unserem Grundgesetz vorkommen wird, weil die Mehrheit der russischen Bürger an Gott glaubt.“ Er erinnerte daran, dass bereits in der russischen Nationalhymne von Gott die Rede sei. „Warum kann das dann nicht auch in der Verfassung gesagt werden?“, fragt sich der Patriarch. Seiner Ansicht nach sei der Glaube an Gott ein „hohes Ideal, das fähig ist, persönliche, soziale und politische Moral zu formen“.

Nach der Zeremonie dankte der Patriarch den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für die guten Beziehungen zwischen Staat und Kirche in Russland. Es sei viel in den letzten zehn Jahren erreicht worden. Das Treffen fand im Kreml statt. „Wir gehen Hand in Hand mit den staatlichen Institutionen, wir führen einen offenen Dialog in viele Richtungen, und die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, viele wichtige Ziele zu erreichen“, sagte Kirill, der die beiden Dimensionen der Beziehung betonte. „Die erste ist die vertikale Dimension, in der der Patriarch für sein Volk betet, aber es gibt auch die horizontale Dimension, in der der Patriarch sich um die geistige und materielle Verfassung des Volkes kümmert.“

Präsident Putin wiederum dankte dem Patriarchen: „Elf Jahre sind so schnell vergangen, dass Sie es nicht bemerkt haben, aber wir haben Ihre unermüdliche Arbeit bemerkt, die der gesamten russischen Gesellschaft zugutekommt.“ Der neue Premierminister Michail Mishustin hatte seinen Glückwunsch zuvor am Ende der feierlichen Zeremonie direkt in der Christ-Erlöser-Kathedrale gerichtet.

(asianews – mg)

04 Februar 2020, 14:07