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Noch schwerere Zeiten für besonders gefährdete Menschen Noch schwerere Zeiten für besonders gefährdete Menschen  (©artit - stock.adobe.com)

Corona und Menschenhandel: Opfern jetzt gezielt helfen

Immer mehr Menschen weltweit werden in der Corona-Krise zu Opfern von Menschenhandel und Ausbeutung. Angesichts dieser „besorgniserregenden“ Entwicklung rufen Caritas internationalis und das christliche Hilfsnetzwerk COATNET zum verstärkten Einsatz der Politik gegen das Phänomen auf.


In der Pandemie seien Migranten, Frauen und Kinder die ersten Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Caritas-Dachverbandes und des Netzwerkes gegen Menschenhandel. Vor allem Flüchtlinge, Schwarzarbeiter, Erntehelfer, Hausangestellte und andere „verletzliche“ Kategorien seien in dieser Zeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie trieben viele Menschen in Armut, Obdachlosigkeit und Unfreiheit.

Anstieg der Gewalt gegen Minderjährige

Während des Lockdown habe die Gewalt gegen Minderjährige stark zugenommen, nennen die Autoren des Appells ein Beispiel. So seien in Indien etwa während der Abriegelung innerhalb von nur elf Tagen 92.000 Fälle von Kindesmissbrauch verzeichnet worden. Ebenso seien laut Angaben der indischen Caritas auch Kinderarbeit und Zwangsheiraten stark angestiegen. Der Zugang der Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung zu Hilfsangeboten sei zur Zeit der Pandemie aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit erschwert. Informelle Arbeitskräfte wie Hausangestellte und Tagelöhner gerieten in noch größere Abhängigkeiten von ihren Arbeitgebern.

Gezielte Hilfe, besserer Schutz

Vor Hintergrund dieser verschärften Lage appellieren Caritas internationalis und COATNET an die Politik, Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung jetzt nicht zu vergessen, sondern ihnen gezielt zu helfen. Zu dieser Hilfe gehöre der Zugang zu Hilfsangeboten und Hotlines, Rechtsberatung und die Förderung von Hilfsorganisationen, die sich um solche Menschen kümmern. Im informellen Arbeitssektor müssten Maßnahmen ergriffen werden, um Ausbeutung und Missbrauch zu verhindern. Auch gelte es jetzt vor allem Kinder vor Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu schützen, etwa durch mehr Kontrollen im Internet.

Internationaler Tag gegen Menschenhandel

Der Caritas-Dachverband Caritas internationalis und das Netzwerk COATNET, das 46 im Kampf gegen Menschenhandel engagierte christliche Organisationen umfasst, veröffentlichte den gemeinsamen Appell anlässlich des Internationalen Tages gegen Menschenhandel am kommenden 30. Juli.

(pm – pr)

 

28 Juli 2020, 12:46