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Stefan Heid, Rektor des Päpstlichen Instituts für christliche Archäologie in Rom Stefan Heid, Rektor des Päpstlichen Instituts für christliche Archäologie in Rom 

Radio-Akademie (3): Wenn Bischöfe der Antike zuviel herumreisten...

Korinth. Rom. Karthago. Jerusalem. Antiochien. In allen Metropolen der ersten Jahrhunderte gab es eine christliche Gemeinde. Aber wie standen diese Christen denn untereinander in Verbindung? Durch Briefe? Oder reisten sie? Oder sah ein Christ in Korinth gar nicht über den eigenen Tellerrand hinaus?

Stefan von Kempis - Vatikanstadt

Solche und ähnliche Fragen beantwortet der deutsche Priester und Kirchenhistoriker Stefan Heid, neuer Rektor des Päpstlichen Instituts für christliche Archäologie in Rom, in unserer Radio-Akademie über das frühe Christentum.

Heid ist davon überzeugt, dass die Wahrnehmung der antiken Gläubigen „erst mal lokal“ war. „Es ist ja heute noch so: Man denkt, die Kirche besteht aus der eigenen Pfarrgemeinde!“ Die Bischöfe hingegen hätten sich untereinander Briefe geschrieben, und zwar schon im ersten Jahrhundert. „Es war damals kein Problem, herauszufinden: Mit wem kommuniziere ich jetzt? Auch wenn ich den gar nicht kenne…“

Hier können Sie einen Ausschnitt aus unserem Gespräch mit Msgr. Heid hören.

Von Rom nach Karthago ging täglich ein Schiff

Zumindest die Spitzenvertreter der christlichen Gemeinden waren also von Stadt zu Stadt ganz gut untereinander vernetzt. Davon ist Heid – Autor eines Buches „Die Norm der Väter“ über das frühe Christentum, das unlängst auch auf dem Schreibtisch des emeritierten Papstes Benedikt XVI. gesichtet wurde – fest überzeugt.

Außerdem hätten die Bischöfe schon damals häufig weite Reisen unternommen: „Das römische Wegenetz war sehr gut ausgebaut und viel ausgedehnter, als wir das ahnen– vergleichbar mit dem Eisenbahnnetz in Europa um 1900. Es wurde damals fast schon zu einem Problem, dass die Bischöfe so viel reisten… Aber das kennen wir ja auch heute.“ Übrigens: Zwischen Karthago und Rom ging damals täglich ein Schiff…

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Radio Vatikan strahlt die Radio-Akademie mit Msgr. Heid jeden Sonntag im Februar in der jeweiligen Abendsendung aus. An diesem Sonntag ist der dritte Teil dran. Wenn Sie sich dafür interessieren, bieten wir Ihnen eine CD der ganzen Radio-Akademie an. Sie können Sie gegen einen Unkostenbeitrag oder eine Spende bei cd@vaticannews.de bestellen.

Der aus Bad Homburg stammende Heid studierte und habilitierte sich in Bonn. Seit 2001 ist er Professor für Liturgiegeschichte und Hagiographie am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie in Rom; vor einer Woche wurde er vom Präfekten der vatikanischen Bildungskongregation, Kardinal Giuseppe Versaldi, zum Rektor des Instituts ernannt. Heid ist Priester der Erzdiözese Köln und auch Direktor des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft.

(vatican news)

 

13 Februar 2020, 15:36