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Kardinal Koch: „Wesentlicher Schritt zur Einheit“

Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch sieht die Gespräche zu einer Einheit der Kirchen auf einem guten Weg. Mit dem Konvergenzpapier des Weltkirchenrates (ÖRK) von 2013 sei „ein wesentlicher Schritt gemacht worden“, um das Ziel der Ökumene besser zu formulieren.

Das sagte der „Ökumeneminister“ des Papstes am Samstag der Katholischen Nachrichten-Agentur im Vatikan. Wenige Tage zuvor hatte Koch dem ÖRK die offizielle Antwort des Vatikan auf den Grundlagentext übermittelt.

Das Papier mit dem Titel „Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“ war nach 20-jähriger Vorbereitung vom ÖRK 2013 bei seiner Vollversammlung im koreanischen Busan den Kirchen vorgelegt worden mit der Bitte, auf darin enthaltene vier Fragen offiziell zu antworten. Ziel ist es, zu ergründen, in welcher Richtung Einigungen beim unterschiedlichen Kirchenverständnis der Konfessionen liegen können.

Differenzen bestehen fort

Insgesamt formuliere das Dokument die bisher erreichten Übereinstimmungen recht gut; Differenzen bestünden gleichwohl fort, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Bereits früher hatte Koch kritisiert, dass sich manche protestantischen Kirchen mit dem bisher erreichten Status quo zufriedengäben, wogegen katholische und orthodoxe Kirchen einen größeren und genauer formulierten Konsens forderten, um von einer Einigung der Kirchen zu sprechen.

Unterdessen geht das Verfahren beim ÖRK in die nächste Stufe. Die auf das Konvergenzpapier eingegangenen offiziellen Antworten der Kirchen sollen nun gesichtet, verglichen und weiter verarbeitet werden. Im 1948 gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sind mehr als 500 Millionen Christen aus 350 evangelischen, anglikanischen, orthodoxen und altkatholischen Kirchen verbunden. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied. 1961 nahmen aber erstmals deren Beobachter an einer Vollversammlung teil.

Amazonien-Synode: Von Freikirchen lernen

Koch äußerte sich in dem Interview auch zur Bischofssynode zum Amazonas-Gebiet, die an diesem Wochenende endet. Der Erfolg von Pfingstkirchen dort ist nach seinem Empfinden Anlass für eine Selbstkritik der katholischen Kirche. „Wir müssen uns fragen: Was haben wir falsch gemacht?“ Zugleich gelte es, zu klären, was man von den evangelikalen Gemeinden lernen könne und was abzulehnen sei.

Deutlich distanzierte sich Koch von der sogenannten theology of prosperity, der Verkündigung von Wohlstandsversprechen. Dies laufe der katholischen Option für die Armen zuwider. Lernen könnten katholische Christen aber auf jeden Fall von der Unmittelbarkeit und Begeisterung des gelebten Glaubens in vielen Freikirchen, fügte Koch hinzu.

(kna – sk)
 

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26. Oktober 2019, 15:49