Papst Franziskus in Mongolei gelandet

Das 86-jährige katholische Kirchenoberhaupt ist am Freitag, 1. September, um 9.51 Uhr (Ortszeit) planmäßig auf dem Dschingis-Khan-Flughafen der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar gelandet. Auf der Hinreise sagte Franziskus vor mitreisenden Journalisten, es gelte, die große Stille der Mongolei mit den Sinnen zu begreifen. Es ist die 43. apostolische Reise für Franziskus; er besucht als erster Papst die Mongolei.

Bei seinem langen Flug nach Asien überquerte der Papst zahlreiche Länder, darunter Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien/Montenegro, Bulgarien, Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan - das er im vergangenen Jahr besucht hatte - und China. Wie üblich sandte er ein Grußtelegramm an die Staatsoberhäupter der überflogenen Nationen. In seinem Schreiben an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping hieß es, er grüße das Staatsoberhaupt und die chinesische Bevölkerung: „Ich sichere Ihnen meine Gebete für das Wohlergehen der Nation zu und ich erbitte für Sie alle den göttlichen Segen von Einheit und Frieden“, so das kurze Telegramm weiter.

Freundlichkeit und guter Wille

Der Gruß zeige „Freundlichkeit und guten Willen“, reagierte darauf der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin. Und weiter: „China ist gewillt, weiterhin mit dem Vatikan in die gleiche Richtung zu gehen, konstruktive Dialoge zu führen, das Verständnis zu verbessern, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und den Prozess der Verbesserung der Beziehungen beider Seiten voranzutreiben“, sagte Wang bei einem täglichen Briefing.

Ein herzlicher Empfang für den Papst

Auf dem Flughafen in Ulaanbaatar angekommen, wurde Papst Franziskus an Bord des Fliegers protokollgemäß zunächst durch den geschäftsführenden Vertreter in der Apostolischen Nuntiatur, Fernando Duarte Barros Reis, sowie den Protokollchef begrüßt, bevor er im Rollstuhl per Aufzug von Bord ging. Auf mongolischem Boden wurde er zunächst von der Außenministerin des Landes, Batmunkh Battsetseg, empfangen, während die Ehrengarde Spalier stand. Für das katholische Kirchenoberhaupt gab es zur Begrüßung auch einen traditionellen Yoghurt, den Franziskus kostete. 

Ein Yoghurt für Franziskus
Ein Yoghurt für Franziskus

Es folgten die üblichen Ehrerweisungen und Begrüßungen. Dann begaben sich die mongolische Außenministerin und der Papst in den VIP-Bereich des Flughafens zu einem kurzen persönlichen Gespräch. Nach der Verabschiedung begab sich Papst Franziskus gegen 10.45 Uhr (Ortszeit) direkt in die Apostolische Präfektur im Süden der Stadt, im Bezirk Khan Uul, einem der wichtigsten Industriegebiete der Region, um sich von dem zehnstündigen Flug zu erholen.

In diesem vierstöckigen, orangefarbenen Backsteingebäude, an dem in den letzten Tagen ein blaues Willkommensbanner aufgehängt wurde, wird der Papst während der Tage seiner Reise residieren, die sich auf die Hauptstadt beschränkt. Bei seiner Ankunft in der Präfektur wurde der Papst von einer Gruppe älterer und kranker Menschen empfangen, auch begrüßten ihn einige Kinder am Eingang und überreichten ihm Blumen.

Das offizielle Programm am ersten Reisetag endete am Freitag nach der Ankunft und der Empfangszeremonie auf dem Flughafen.

Das Gespräch in der VIP-Lounge des Flughafens
Das Gespräch in der VIP-Lounge des Flughafens

Erste Papstreden am Samstag

Am Samstag, 2. September, stehen dann die offizielle Willkommenszeremonie und der übliche Höflichkeitsbesuch des Pontifex bei Staatspräsident Uchnaagiin Chürelsüch im Staatspalast an. Seine erste Rede hält der Papst am Samstag beim Treffen mit Diplomaten sowie weiteren Vertretern aus Politik und Gesellschaft (4.10 Uhr römische Zeit). Anschließend trifft der Papst den Präsidenten des großen Staatskhurals, Gombojav Zandanshatar, und danach den mongolischen Premierminister Luvsannamsrai Oyun-Erdene.

Nach dem Mittagessen steht dann als letzter Programmpunkt am Samstag um 15.45 Ortszeit (9.50 Uhr römische Zeit) eine Begegnung des Papstes mit Bischöfen, Priestern, Missionaren, Personen des Geweihten Lebens und Seelsorgern in der katholischen Peter-und-Paul-Kathedrale der Hauptstadt auf dem Programm. Dort hält der Papst seine zweite Rede.

Sonntag: Interreligiöse Begegnung und Papstmesse

Den Dialog, den die katholische Minderheit vor Ort mit anderen Religionen führt, will der Papst mit einem interreligiösen Treffen am 3. September würdigen (3.50 Uhr römische Zeit). Hier hält Franziskus seine dritte Rede der Reise. Anschließend feiert der Papst um 16 Uhr Ortszeit die Messe (10.00 römische Zeit).

Montag: Sozialzentrum-Besuch und Rückreise

An seinem letzten Besuchstag will Papst Franziskus ein katholisches Sozialzentrum einweihen. Nachdem er dort seine fünfte und letzte Ansprache gehalten hat, geht es zum Flughafen. Nach der Abschiedszeremonie ist der Flug zurück nach Rom gegen Mittag Ortszeit angesetzt. In Rom wird der Papst um 17.20 Uhr Ortszeit zurück erwartet.

Reise-Sommer

Der Mongolei-Besuch ist eine von insgesamt drei Papstreisen binnen zwei Monaten: Anfang August nahm Franziskus am Weltjugendtag in Lissabon teil. Ende September will der 86-Jährige dann für zwei Tage in die südfranzösische Hafenmetropole Marseille reisen. Insgesamt hat der Papst seit Amtsantritt 2013, Italien und die Mongolei mitgezählt, bereits 63 Länder in aller Welt besucht.

(vatican news/diverse - sst/cs)

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01. September 2023, 04:45