Wortlaut: Angelus des Papstes in Lissabon

Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Franziskus nach seiner Abschlussmesse des 37. Weltjugendtages von Lissabon vor dem Angelusgebet gehalten hat, in einer Arbeitsübersetzung.

Sämtliche Wortmeldungen des Papstes in ihrer amtlichen deutschen Fassung werden auf der Internetseite des Heiligen Stuhls veröffentlicht.

APOSTOLISCHE REISE NACH PORTUGAL
ZUM WELTJUGENDTAG
Nr. 9b ANGELUS
am Ende der Heiligen Messe des Weltjugendtages
Lissabon, 5. August 2023

Liebe Brüder und Schwestern,
ein Wort war in diesen Tagen oft zu hören: „Danke“, oder besser „obrigado“. Es ist sehr schön, was der Patriarch von Lissabon uns gerade gesagt hat, nämlich dass obrigado nicht nur Dankbarkeit für das ausdrückt, was man erhalten hat, sondern auch den Wunsch, dieses Gute zu erwidern. Wir alle haben bei diesem Ereignis der Gnade etwas empfangen und nun lässt uns der Herr das Bedürfnis verspüren, bei unserer Rückkehr nach Hause unsererseits zu teilen und zu geben, indem wir voller Freude Dankbarkeit gegenüber Gott bezeugen - Dankbarkeit für das, was er in unsere Herzen gelegt hat.

„Lissabon als Haus der Geschwisterlichkeit“

Doch bevor ich euch aussende, möchte auch ich obrigado sagen. An erster Stelle Kardinal Clemente, und mit ihm der Kirche in Portugal und dem ganzen portugiesischen Volk - obrigado! Obrigado dem Herrn Präsidenten, der uns bei den Veranstaltungen dieser Tage begleitet hat; den nationalen und lokalen Einrichtungen für die Unterstützung und die Hilfestellung; an die Bischöfe, die Priester, die Gottgeweihten und die Laien; und obrigado an dich, Lissabon, das du diesen jungen Menschen als „Haus der Geschwisterlichkeit“ und als „Stadt der Träume“ in Erinnerung bleiben wirst! Große Dankbarkeit spreche ich dann Kardinal Farrell ...  aus sowie denjenigen, die das Ereignis mit dem Gebet begleitet haben.

Obrigado an die freiwilligen Helfer, ihnen gilt von Herzen dieser Applaus für ihren großartigen Dienst! Und ein besonderer Dank gilt denjenigen, die von oben über den WJT gewacht haben, also den Schutzpatronen des Ereignisses: allen voran Johannes Paul II., der die Weltjugendtage ins Leben gerufen hat.

„Erinnert euch daran, haltet die schönsten Momente im Gedächtnis fest“

Und obrigado an euch alle, liebe Jugendliche und junge Erwachsene! Gott sieht all das Gute, das ihr seid. Er allein kennt das, was er in euren Herzen gesät hat. Ihr werdet von hier fortgehen mit dem, was Gott in euer Herz gesät hat. Lasst es wachsen,  hütet es bitte mit Sorgfalt! Ich möchte euch sagen: Erinnert euch daran, haltet die schönsten Momente im Gedächtnis fest. Und wenn dann manch unvermeidlicher Moment der Mühsal und Entmutigung hereinbricht, und vielleicht die Versuchung, auf dem Weg stehen zu bleiben oder euch in euch selbst zu verschließen, dann lasst in der Erinnerung die Erfahrungen und die Gnade dieser Tage wieder aufleben, denn – vergesst das nie – dies ist die Wirklichkeit, dies seid ihr: das heilige, treue Volk Gottes, das in der Freude des Evangeliums unterwegs ist! Ich möchte auch die jungen Menschen grüßen, die nicht hier sein konnten, aber an Initiativen teilgenommen haben, die in ihren Ländern von den Bischofskonferenzen und den Bistümern organisiert wurden. Ich denke beispielsweise an die Brüder und Schwestern aus der Subsahara, die in Tanger versammelt sind...

„Ihr seid ein Zeichen des Friedens für die Welt“

Insbesondere begleiten wir mit unseren Gedanken und Gebeten diejenigen, die aufgrund von Konflikten und Kriegen nicht kommen konnten. In der Welt gibt es viele Kriege, viele Konflikte. Wenn ich an diesen Kontinent denke, empfinde ich großen Schmerz für die geschätzte Ukraine, die weiterhin sehr leidet.

Liebe Freunde, erlaubt mir, als altem Mann, mit euch jungen Menschen einen Traum zu teilen, den ich in mir trage: Es ist der Traum vom Frieden, der Traum von jungen Menschen, die für den Frieden beten, in Frieden leben und eine Zukunft des Friedens aufbauen. Durch den Angelus legen wir die Zukunft der Menschheit in die Hände Marias, der Königin des Friedens... Und betet bitte, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, weiterhin für den Frieden. Ihr seid ein Zeichen des Friedens für die Welt, ein Zeugnis dafür, wie die Nationalitäten, die Sprachen und die Geschichte vereinen können statt zu trennen. Ihr seid die Hoffnung auf eine andere Welt. Danke dafür. Vorwärts!

„Eine Einladung nach Rom und nach Asien“

Und am Ende gibt es dann einen Moment, auf den alle warten: die Ankündigung der nächsten Etappe der Reise. Doch bevor ich euch sage, wo der 41. Weltjugendtag stattfinden wird, möchte ich eine Einladung aussprechen: Ich lade alle jungen Menschen der Welt im Jahr 2025 nach Rom ein, um gemeinsam das Jubiläum der Jugend zu feiern. Ich erwarte euch also 2025, um gemeinsam das Jubiläum der Jugend zu feiern.

Und der nächste Weltjugendtag wird in Asien stattfinden: in Südkorea. In Seoul. Im Jahr 2027 wird er also von der westlichen Grenze Europas in den Fernen Osten verlegt! Das ist ein schönes Zeichen für die Universalität der Kirche und den Traum von der Einheit, den ihr miterlebt.

Ein letztes obrigado, das größte. Wir richten es an zwei besondere Personen, die Hauptprotagonisten dieses Treffens. Sie waren hier mit uns, aber sie sind immer bei uns, sie verlieren unser Leben nicht aus den Augen, sie lieben unser Leben wie niemand sonst: obrigado dir, unserem Herrn Jesus; obrigado dir, unserer Mutter Maria! ...

(Nach dem Angelus)

Ich möchte Ihnen versichern, dass ich für die Opfer des tragischen Erdrutsches, der sich vor zwei Tagen in der Region Racha in Georgien ereignet hat, bete... Ich bin ihren Familien nahe. Möge die Heilige Jungfrau sie trösten und auch die Arbeit der Rettungskräfte unterstützen. Auch meinem Bruder, dem Patriarchen Elias II., bin ich nahe.

(vatican news – sk)

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06. August 2023, 12:57