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Papst Franziskus und Rafael Mariano Grossi von der Internationalen Atomenergie-Behörde mit Sitz in Wien Papst Franziskus und Rafael Mariano Grossi von der Internationalen Atomenergie-Behörde mit Sitz in Wien  (ANSA)

Papst spricht mit Chef der Atombehörde IAEA

Papst Franziskus hat den Generaldirektor der internationalen Atomenergie-Organisation IAEA mit Sitz in Wien in Audienz empfangen. Über den Gegenstand der Gespräche zwischen Franziskus und dem argentinischen Diplomaten Rafael Mariano Grossi wurde nichts bekannt gegeben.

Die IEAE ist eine internationale Organisation, die sich der Förderung von Entwicklung durch die friedliche Nutzung von Kernenergie verschrieben hat. Außerdem soll sie die militärische Nutzung von Nuklearwaffen durch Überwachungsmaßnahmen verhindern. Regelmäßig berichten ihre Vertreter in der Generalversammlung der Vereinten Nationen, bei Bedarf auch vor dem Sicherheitsrat.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1957 ist der Heilige Stuhl Mitglied der Organisation. Er hat einen diplomatischen Vertreter entsandt, der den Papst in Wien auch bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vertritt. Aktuell ist dies der polnische Geistliche und Vatikandiplomat Janusz Urbanczyk.

Für ihren Einsatz wurde die IAEA 2005 mit ihrem damaligen Generaldirektor Mohammed el-Baradei mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.  Immer wieder hat Papst Franziskus den Einsatz von Atomwaffen verurteilt.

Atomare Bedrohung weltweit angestiegen

Die Audienz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die atomare Bedrohung weltweit nach Untersuchungen des Friedensforschungsinstituts Sipri wieder größer geworden ist. Zwar geht die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe insgesamt weiter zurück, heißt es im in Stockholm veröffentlichten Jahresbericht des Instituts. Aktuell seien jedoch mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr. Die Abrüstung einsetzbarer Sprengköpfe scheine ins Stocken geraten zu sein, so der Report.

Weltweit gab es dem Sipri-Bericht zufolge Anfang dieses Jahres rund 13.080 Atomwaffen. Das seien 320 weniger als im Vorjahr. Die USA und Russland verfügen nach Einschätzung der Friedensforscher weiter über mehr als 90 Prozent dieser Waffen. Der Rest sei im Besitz von China, Frankreich, Großbritannien, Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea.

(vatican news/kap/kna - cs)

14 Juni 2021, 12:19