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2021.01.01 Papst Franziskus beim Angelus 2021.01.01 Papst Franziskus beim Angelus  (Vatican Media)

Papst beim Angelus: Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg

Beim Mittagsgebet zu Neujahr, das aus dem Apostolischen Palast übertragen wurde, sinnierte Papst Franziskus über das Motto des diesjährigen Weltfriedenstages - und betonte, dass es an jedem Einzelnen liege, eine Gesellschaft des Friedens aufzubauen.

Die Kirche feiert Maria am 1. Januar als „Mutter Gottes“, deren mütterliche Zärtlichkeit jedoch uns allen gelte und somit dazu beitrage, die uns auf Erden geschenkte Zeit im Sinn der Geschwisterlichkeit und Nächstenliebe zu leben, anstatt in Hass und Spaltung, unterstrich der Papst. Diese Sorge für den Nächsten und die Schöpfung spiegele sich auch im Thema des Weltfriedenstages wider, den die Weltkirche an diesem Tag feiere: „Die Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden.“

Die schmerzhaften Ereignisse des vergangenen Jahres, und insbesondere die Pandemie, lehrten es uns, „wie notwendig es ist, sich die Probleme anderer zu Herzen zu nehmen und ihre Sorgen zu teilen“, betont Franziskus. Diese Haltung bringe den Frieden, weil sie den Aufbau einer auf „geschwisterliche Beziehungen gegründeten Gesellschaft“ fördere, so der Papst weiter. Zum Aufbau dieser Gesellschaft müsse allerdings jeder einzelne beitragen, indem er denen, die dessen bedürften, die Hand reiche, mahnte Franziskus.

Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg

Frieden lasse sich dann aufbauen, wenn wir mit uns nahe stehenden Menschen in Frieden seien und für diejenigen Sorge trügen, die in Not und Elend lebten. Es gehe darum, eine „Mentalität und eine Kultur der ,Achtsamkeit' zu entwickeln“, um somit die Gleichgültigkeit, Ablehnung und Rivalität, die leider vorherrschten, zu überwinden: „Frieden ist nicht nur Abwesenheit von Krieg, sondern ein sinnerfülltes Leben, das auf persönliche Erfüllung und Verwirklichung und geschwisterlichen Austausch und Teilen mit anderen gegründet und in diesen gelebt wird“, unterstrich der Papst.

Der Frieden, der vor allem ein Geschenk Gottes sei, müsse durch Gebet erfleht und durch geduldigen und respektvollen Dialog aufrechterhalten werden, so Franziskus weiter. Dabei brauche es Zusammenarbeit, die die legitimen Wünsche und Bestrebungen anderer, seien dies Individuen oder Nationen, achte: „Es ist mein Wunsch, dass Frieden in den Herzen der Menschen und in den Familien herrsche; am Arbeitsplatz und in der Freizeit; in Gemeinschaften und Nationen“.

Er wolle an der Schwelle dieses neuen Jahres allen ein friedvolles und frohes 2021 wünschen, so Franziskus, der gleichzeitig seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass jeder dazu beitragen möge, dass es ein Jahr der geschwisterlichen Solidarität und des Friedens sein möge.

(vatican news - cs)

01 Januar 2021, 12:32