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Papst an Katastrophenschutz: Helfen, um bessere Zukunft zu gestalten

Papst Franziskus hat am Samstagmittag Vertreter des italienischen Katastrophenschutzdienstes im Vatikan empfangen. Er erinnerte in seiner Ansprache an die Bedeutung des Helfens und wie eine „organisierte Hilfsvereinigung“ wie der Katastrophenschutz dazu beitragen könne, eine bessere Gesellschaft aufzubauen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Die Nähe zum Weihnachtsfest soll auch dazu dienen, an jene zu denken und für jene zu beten, die in diesem Jahr Opfer fataler Ereignisse geworden sind, so der Papst an die rund 7.000 Gäste in der Audienzhalle im Vatikan. Etliche Helfer hätten ihr Leben verloren, um jenes von Mitmenschen zu retten, erinnerte der Papst in seiner Ansprache an den italienischen Katstrophenschutzdienst. Diese Vereinigung bestehe aus Spezialisten, Ärzten und Wissenschaftlern aber auch aus „einfachen Menschen“, die sich nicht scheuten, bei Bedarf anzupacken und zu helfen.

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Italien mit seiner schönen Landschaft und seinem Reichtum an kulturhistorischem Erbe müsse mit Situationen der Gefahr und Verletzlichkeit leben, mit Situationen, die ein hohes Risikopotenzial aufwiesen.

Wissenschaft und Technologie könnten heute helfen, viele Naturphänomene zu erforschen und vorherzusagen, aber diese Einschätzungen führten nicht immer zu vorbeugenden Maßnahmen, die die Schäden an Menschen und Eigentum drastisch reduzieren könnten, fügte Franziskus an.

Rückkehr zur Normalität oft länger und komplexer als gedacht

Prävention sei genauso wichtig wie Hilfe bei Katastrophen, sagte der Papst weiter. Er prangerte die Phase nach einer Katastrophe an, bei der die Rückkehr zur Normalität, trotz des Engagements vieler Menschen, „manchmal länger und komplexer ist, als wir es uns vorstellen können“.

Dann zitierte Franziskus seine Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“, in der gesagt wird, dass „die ökologische Kultur nicht auf eine Reihe von dringenden und teilweisen Antworten auf die Probleme reduziert werden kann, die sich aus der Umweltzerstörung, der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und der Verschmutzung ergeben“. Stattdessen bedarf es „eines anderen Blicks, eines Gedankens, einer Politik, eines Bildungsprogramms, einer Lebensweise und einer Spiritualität“, denn „nur ein technisches Heilmittel für jedes auftretende Umweltproblem zu suchen bedeutet, Dinge zu isolieren, die in der Realität verbunden sind, und die realen und tieferen Probleme des Weltsystems zu verbergen“.

Bildung in ruhigen Zeiten fördern

Aus diesen Gründen sei eine der wichtigsten Aufgaben des Katastrophenschutzes die Bildungsaufgabe. Damit soll sichergestellt werden, dass „in ruhigen Zeiten“ jeder Bürger dazu ausgebildet werde, die Situationen des täglichen Lebens zu kennen und auf diese Weise Verhaltensweisen anzunehmen, die die Risiken für sich selbst und für andere verringern. In diesem Zusammenhang seien Initiativen wichtig, die in Schulen mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Denn diese seien „die Bürger und Freiwilligen von morgen“, erinnerte der Papst. Er sage den Jugendlichen immer, dass er sich „der Liebe und dem Schutz der Natur und der Verbreitung des Wertes des Zusammenlebens“ verschrieben habe, damit die Menschen aus dem täglichen Engagement jedes Einzelnen in einer Welt leben könnten, „die hilfsbereiter und damit sicherer ist“.

Die territorialen Institutionen seien mit der Aufgabe betraut, die korrekte Nutzung des Territoriums zu planen und in einigen Fällen auch zu versuchen, mögliche Fehler, die in der Vergangenheit sehr oft aufgrund mangelnder Kenntnisse gemacht wurden, zu beheben, wies der Papst hin. Die Behörden seien da, um durch die Verwaltung für eine ständige Wartung zu sorgen. Ebenso wichtig sei die Erstellung von Katastrophenschutzplänen und deren Verbreitung, sagte der Papst. Sie seien „unverzichtbare Instrumente für die Planung von Vorbeugemaßnahmen und die Organisation der Reaktion in Notsituationen“. Häufig bedeutet die Ausübung dieser Funktionen die Übernahme großer Verantwortlichkeiten, denen wenige Ressourcen und Verfahren entsprechen, die nicht immer zur Verfügung stünden, so der Papst. Doch der Katastrophenschutz werde zunehmend gefordert, außerhalb der nationalen Grenzen tätig zu sein und dies sei „eine Besonderheit“, denn damit könne man auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens inspirieren. Mit der Hilfe im In- und Ausland könne man den Egoismus überwinden und so eine bessere Gesellschaft aufbauen, schloss der Papst ab, bevor er allen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschte.

(vatican news)

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22. Dezember 2018, 12:28