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Unterricht in einer Schule, neben der Tafel hängt ein Kreuz Unterricht in einer Schule, neben der Tafel hängt ein Kreuz 

D: NRW weitet katholisch-evangelischen Religionsunterricht aus

Mehr gemeinsamen katholischen und evangelischen Religionsunterricht soll es in Nordrhein-Westfalen geben. 464 Schulen bieten im neuen Schuljahr den sogenannten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht an. Das teilte das Schulministerium in Düsseldorf am Freitag auf Anfrage der katholischen Nachrichtenagentur KNA mit.

Demnach erhöht sich der gemeinsame Reli-Unterricht um 108 Angebote im Vergleich zum vergangen Schuljahr. Gestartet wurde das Projekt mit dem Schuljahr 2018/2019. Bei dieser Organisationsform des bekenntnisorientierten Religionsunterrichts werden Schüler beider Konfessionen in einer Gruppe unterrichtet, wenn aus Mangel an Teilnehmern ein eigener katholischer oder evangelischer Unterricht nicht zustande kommt. Ein verpflichtender Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Fachlehrern soll gewährleisten, dass die konfessionellen Grenzen nicht verwischt werden und die Schüler beide Perspektiven kennenlernen. Auf diese Form des Religionsunterrichts hatten sich die drei evangelischen Landeskirchen in NRW (Rheinland, Westfalen, Lippe) und die katholischen Bistümer Aachen, Essen, Münster und Paderborn geeinigt. Das Erzbistum Köln beteiligt sich nicht daran.

Zahl der Schüler im Reli-Unterricht gesunken

Von den rund 2,46 Millionen Schülern in NRW nahmen im vergangenen Schuljahr laut Statistik des Schulministeriums etwa 1,48 Millionen am katholischen und evangelischen Religionsunterricht teil. Gegenüber dem vorangegangenen Schuljahr 2018/2019 sank die Teilnehmerzahl um etwa 26.000 Schüler. Rund 60 Prozent aller Schüler erhalten damit konfessionellen Religionsunterricht. Vor 15 Jahren belief sich der Anteil noch auf etwa 85 Prozent.

5 Prozent der Muslime beim Fach „islamische Religion“

Von den rund 436.000 muslimischen Schülern in NRW erhielten im Schuljahr 2019/2020 rund 21.600 und damit rund 5 Prozent an 260 Schulen Unterricht im Fach islamische Religion. Etwa 8.450 Schüler gehörten der Primarstufe und 12.550 der Sekundarstufe I an. Zudem besuchten 100 Oberschüler das Fach. Nordrhein-Westfalen, das im Jahr 2012 als erstes Bundesland islamischen Religionsunterricht eingeführt hat, baut das Fach schrittweise aus - nicht zuletzt in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Lehrern. Deren Zahl wuchs von 42 beim Start auf 300 im Schuljahr 2019/20.

(kna – sst)

04 September 2020, 12:26