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Vor einem Gottesdienst in Kevelaer Vor einem Gottesdienst in Kevelaer 

D: Neuerungen bei der Priester-Ausbildung

Die Deutsche Bischofskonferenz plant Änderungen bei der Ausbildung von Priestern. So soll die Zahl der Seminare schrumpfen, wie sich aus einem Statement des Ständigen Rats der Bischofskonferenz ergibt.

Das Papier, das die Ergebnisse einer bischöflichen Arbeitsgruppe vorstellt, spricht von einer „Gewichtung der Ausbildungsstandorte“, um weiterhin die „bestmögliche Ausbildung der künftigen Priester“ zu ermöglichen.

Konkret soll die Studienphase angehender Priester bald nur noch an drei Standorten stattfinden, nämlich in München, Münster und Mainz. Die einjährige Einführungsphase vor dem Studium – das sogenannte Propädeutikum – wird, falls die Vorschläge beschlossen werden, künftig nur noch in Freiburg und Bamberg angeboten.

Spätberufene auch künftig in Lantershofen

Standort für den Pastoralkurs, der auf das Studium folgt, wird Paderborn – „in Kooperation mit Erfurt, Rottenburg-Stuttgart und einen durch die Freisinger Bischofskonferenz für Bayern festzulegenden Standort“. Anlaufstelle für Spätberufene bleibt auch hinfort das überdiözesane Seminar Lantershofen bei Bonn.

Die Arbeitsgruppe, die den Plan jetzt vorstellte, wurde von den Ortsbischöfen Felix Genn (Münster), Michael Gerber (Fulda) und Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) geleitet. Ausbildungsstätten mit eigenem kirchenrechtlichem Status („Redemptoris Mater“ in Köln, „Collegium Orientale“ in Eichstätt, „Germanicum“ in Rom) sind von den Plänen nicht betroffen.

Entscheidung über die Standorte noch nicht gefallen

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat die von der Arbeitsgruppe vorgelegten Vorschläge als „Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen“ entgegengenommen. „Eine Entscheidung über die Standorte ist nicht gefallen“, betont das Statement.

Der einzelne Diözesanbischof sei auch künftig nicht von seiner Verantwortung entbunden, „die Entscheidung über den konkreten Ausbildungsweg und die damit verbundene Frage nach den Standorten der Priesterausbildung seines Bistums zu treffen“.

2018 nur sechzig Priesterweihen

In Westdeutschland verfügte früher in der Regel jedes Bistum über sein eigenes Priesterseminar. Doch weil es immer weniger Kandidaten für das Priesteramt gibt, haben in den letzten Jahren schon mehrere Bistümer die Ausbildung ihrer Seminaristen zusammengelegt. 2018 wurden in Deutschland insgesamt sechzig Männer zu Priestern geweiht.

(dbk – sk)
 

24 Juni 2020, 10:07