Solidarität und Evangelisierung gehen zusammen: Erzbischof Schick von Kindern umringt im Flüchtlingslager Shariya (c) dbk.de, Archivbild Solidarität und Evangelisierung gehen zusammen: Erzbischof Schick von Kindern umringt im Flüchtlingslager Shariya (c) dbk.de, Archivbild 

D: Bischofswort zu Globalisierung und Evangelisierung vorgestellt

Unter dem Titel „Evangelisierung und Globalisierung“ hat die Deutsche Bischofskonferenz an diesem Dienstag am Rande der Vollversammlung in Fulda ein neues Dokument zur weltweiten Mission vorgestellt. Klar wurde dabei: auch im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung hält die Kirche an ihrem Anspruch zur Mission aller fest.

Die Botschaft der Kirche sei von ihrem Wesen her universal, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, bei der Vorstellung des Dokumentes am Dienstag vor Journalisten.

„Wir können heute eigentlich nicht mehr vom Einzelmenschen sprechen noch vom Menschen in seinem näheren Umfeld, weil er immer eingebettet ist in die große globale Weltgemeinschaft. Das spüren wir ja auch überall, auch zum Beispiel an der veränderten Welt, an der Klimaveränderung, aber auch an den Veränderungen der Kommunikation. Das spüren wir auch an der Veränderung von Menschen in ihren Bereichen, das wirkt sich dann auch Migration, Flucht und so weiter aus.“

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Mission oder auch Evangelisierung hat aus Schicks Sicht immer eine soziale Dimension. Berühmte Missionare seien oft Pioniere der Bildung und der Gesundheitsversorgung gewesen. „Oft und ganz am Anfang war eigentlich die Tat, die Caritas, das Leben das Wichtigste. Und dann hat man eben auch erklärt, warum Christen so leben, und so gab es dann auch Bekehrungen zum Christentum.“

Auch das Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit gehörten aus christlicher Sicht zur Verkündigung des Reiches Gottes. Die „Förderung einer Solidaritätskultur“ stehe gegen eine „folgenlose Wohlfühlspiritualität auch im Christentum“. Katholischen Glauben könne es nicht ohne Bereitschaft zur Solidarität geben. Auch die Bewahrung der Schöpfung, also Umweltschutz, gehöre zum Christentum, so Schick.

„Wir haben einen Brief an den Klimagipfel in den Vereinigten Staaten geschrieben, an dem viele Politiker teilnehmen. Wir wollen das unterstützen und sagen, ja, tut viel Gutes, damit unsere Schöpfung bewahrt wird, dass der Klimawandel nicht so fortschreitet, wie in den letzten Jahren, tut etwas, damit unsere Schöpfung bewahrt wird. Und das ist von uns aus keine Einmischung in Politik. Die Bewahrung der Schöpfung ist uns als Christen aufgetragen. Und zu unserem Evangelsierungsauftrag gehört das dazu.“

Wie kann man den Begriff der christlichen Mission weiter entwickeln

Das 74-seitige Papier mit dem Titel „Evangelisierung und Globalisierung“ kann ab sofort auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz heruntergeladen werden. Anlass für die Veröffentlichung ist der von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Monat der Weltmission im Oktober. Das Bischofswort knüpft an zwei frühere Worte der Deutschen Bischofskonferenz an, die im zurückliegenden Jahrzehnt vorgelegt wurden: zum einen „Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein“ (2000), ein Dokument, das den Blick auf die Situation in Deutschland richtet, zum anderen „Allen Völkern Sein Heil. Die Mission der Weltkirche“ (2004).

Mit dem aktuellen Papier will die Deutsche Bischofskonferenz die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte analysieren und fragt dabei nach einer Weiterentwicklung des Begriffs der christlichen Mission. Die Kirche könne Menschen nur erreichen, wenn sie die Weltsituation, Lebenswelten und kulturelle Entwicklungen begreife und berücksichtige, hieß es bei der Vorstellung des Dokuments.

(pm/kna - cs)

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24. September 2019, 14:28