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Eine Kirche in Wien Eine Kirche in Wien  (ANSA)

„Synodaler Weg“: Theologin vermisst Forum über Evangelisierung

Die an der Universität Wien lehrende Theologin Marianne Schlosser hat sich skeptisch zur Umsetzung des jüngsten Papstbriefs an die deutschen Katholiken im Rahmen des geplanten „Synodalen Wegs“ in der deutschen Kirche geäußert.

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung „Die Tagespost“ bezeichnet es Schlosser als „erstaunlich“, dass unter den vier Foren, die den „Synodalen Weg“ vorbereiten, jenes Thema fehle, welches im Brief des Papstes vom Juni die größte Rolle spiele. „Warum gibt es kein Forum für Evangelisierung, geistliche Erneuerung, Erneuerung des Glaubens, oder wie man es benennen mag?“, fragt die Theologin. 

Schlosser, die Theologie der Spiritualität an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien lehrt, gehört selbst dem Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ an. In den weiteren Foren zur Vorbereitung des Dialogs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland geht es um die Themen Macht und Gewaltenteilung, kirchliche Sexualmoral und die Lebensform der Priester. 

„Evangelisierung ist kein religiöser Imperialismus“

Damit die genannten Themen-Komplexe, die nicht zuletzt auf je eigene Weise mit der sakramentalen Struktur der Kirche verbunden sind, überhaupt adäquat in den Blick kommen können, müsse „das grundlegende Problem bei den Hörnern gepackt werden“, schreibt Schlosser in der „Tagespost“, nämlich „die Ermüdung des Glaubenslebens und der sichtbare Schwund von Relevanz der Kirche in unserem Land, auch und gerade unter den Getauften“. Im Fokus dürfe aus Sicht der Theologin nicht die Reputation der Kirche oder gar deren Mitgliederzahlen stehen, sondern die Sendung der Kirche. „Evangelisierung ist kein religiöser Imperialismus“, so Schlosser wörtlich.

(kap - cr)

28 August 2019, 14:07