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Der frühere Präsident Duterte Der frühere Präsident Duterte 

Philippinen: Auf einmal ein Heiliger

Die Behauptungen des ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, er habe sich geändert und sei jetzt ein „heiliger Mann“, sollten durch seine Bereitschaft, sich einer Mordanklage zu stellen, unter Beweis gestellt werden, sagen Kirchenvertreter und Katholiken.

Duterte, gegen den wegen der Führung eines Drogenkriegs, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen, internationale Ermittlungen eingeleitet wurde, sagte den Medien, er gehe mittlerweile sonntags dreimal zur Messe. „Ich bin ein sehr heiliger Mann. Ich bin jetzt ein ganzer Mensch“, zitiert ihn ABS-CBN News am Sonntag.

Nach seinem Rückzug aus der Politik habe er sich auf religiöse und humanitäre Arbeit konzentriert, behauptete Duterte und fügte hinzu, dass er nun „ein veränderter Mann“ sei, von einem vermeintlichen Agnostiker oder Atheisten zu einem frommen Menschen.

Etwa 20.000 Tote

Lokale und globale Menschenrechtsgruppen haben Duterte Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, weil er während seiner Zeit als Präsident (2016-2022) und früher als Bürgermeister von Davao City außergerichtliche Tötungen von schätzungsweise 20.000 mutmaßlichen Drogendealern und -konsumenten gedeckt hatte.

Bischof Jose Colin Bagaforo, Vorsitzender der Kommission für soziales Handeln, Gerechtigkeit und Frieden der Bischofskonferenz, sagte, niemand könne die wahren Absichten Dutertes beurteilen. „Aber eine reuige Person muss Reue zeigen, es sollte äußere Taten geben“, sagte Bagaforo gegenüber UCA News. Der Oberhirte sagte auch, dass, wenn Duterte Frieden suche, sein Streben mit Gerechtigkeit einhergehen müsse.

Ohne Gerechtigkeit kein Frieden

„Ohne Gerechtigkeit könnte es keinen Frieden geben. „Frieden ist das Produkt der Gerechtigkeit, wie der heilige Thomas von Aquin einst sagte“, fügte Bagaforo hinzu.

Das Büro der philippinischen Vizepräsidentin Sara Duterte, seine Tochter, bestätigte den Wechsel des ehemaligen Präsidenten. Berichten zufolge hat er 10 Millionen philippinischen Pesos (181.818 US-Dollar) gespendet, um die Opfer eines Erdbebens zu unterstützen, das General Santos City im November in der Provinz Soccsksargen in der Region Mindanao erschütterte. „Seine Spende wird einen großen Beitrag zum Bau und zur Reparatur von Häusern von Erdbebenopfern leisten“, sagte Anwalt Jessel Garilba, der Geschäftsführer des Vizepräsidenten, gegenüber UCA News.

Garilba sagte, Duterte habe nach seinem Rückzug aus öffentlichen Ämtern auch „ungenannte“ Beträge gespendet und mehrere andere Projekte unterstützt. Philippinische Katholiken seien von Dutertes angeblicher Religiosität und Philanthropie unbeeindruckt, so UCA News. Einige behaupteten, die gemeldete Änderung ziele darauf ab, die öffentliche Aufmerksamkeit von einer möglichen Untersuchung durch den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) abzulenken. 

Was Katholiken sagen

„Vielleicht ist ihm die Realität klar geworden, denn früher oder später wird ihm der IStGH wegen Mordes an Tausenden von Drogenverdächtigen angeklagt“, sagte Paul Legonzon, ein Katholik und Menschenrechtsaktivist aus der Erzdiözese Cotabato in Mindanao, gegenüber UCA News.

Duterte habe versucht, einer internationalen Untersuchung zu entgehen, indem er argumentierte, dass die Philippinen im März 2019 ihre Mitgliedschaft aus dem in Den Haag ansässigen Internationalen Strafgerichtshof zurückgezogen hätten, sodass das Gericht seine Zuständigkeit in dem mehrheitlich katholischen Land nicht ausschließen könne. Die Ermittler des IStGH sagten jedoch, dass das Gericht seine Zuständigkeit ausüben und Duterte strafrechtlich verfolgen könne, da die Verbrechen begangen wurden, als das Land noch Mitglied war. Legonzon sagte, Dutertes „wahre“ Absichten würden beurteilt, wenn er sich dem ICC überstelle und sich seinen Anklagen stelle.

(ucan – mg)

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09. Januar 2024, 14:22