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Theologe: Niederlande sind nicht rechtsextrem

Der Theologe Jan Loffeld von der Tilburg Universität Utrecht geht nicht davon aus, dass die Niederlande mit dem Wahlsieg des Rechtspopulisten Geert Wilders in eine extremistische Richtung abdriften.

„Was mich hoffen lässt, ist die Tatsache, dass langfristig in der Geschichte der Niederlande noch keine extremistischen Mehrheiten verfangen haben, weder von links noch von rechts“, sagte Loffeld dem kirchlichen Kölner Internetportal „domradio.de“. Die Nationalsozialisten hätten es im Zweiten Weltkrieg versucht, seien aber am gesunden niederländischen Pragmatismus gescheitert. „'Hardlopers zijn doodlopers' lautet ein niederländisches Sprichwort. Das heißt so viel: Wer es in eine Richtung übertreibt, läuft sich früher oder später tot“, sagte der katholische Priester aus der Diözese Münster.

Allerdings gebe es im Land inzwischen eine starke Identitätsdebatte darüber, was zu den Niederlanden gehören soll und was nicht, so Loffeld. Hinzu komme die Teilung in einen ländlichen Osten und den urban geprägten Westen des Landes. Auf dem Land sei das Gefühl verbreitet, dass man für den Lebensstil der Städter „die Zeche zahlen“ müsse, wie sich an den Bauernprotesten gegen die Senkung der Stickstoffemissionen gezeigt habe.

Stark säkularisiertes Land

Religion hat aus Sicht Loffelds, der in Utrecht praktische Theologie lehrt, für den Sieg von Wilders nur in Form des Islams eine Rolle gespielt. Die Niederlande seien ein stark säkularisiertes Land, Religion komme im Leben junger Niederländer beinahe nicht mehr vor.

Gerade in der „Randstad“, der Metropolregion im Westen des Landes um die Städte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam, erscheine Religion vor allem in Form des Islam. Wilders habe den Islam zum Feindbild erklärt, „denn dieser ist jung und am sichtbarsten“. Auf die Probleme in der Gesellschaft gebe der Politiker „wie die Rechtspopulisten aller anderen Länder“ passgenau und vereinfachende Antworten.

(kna – sk)
 

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25. November 2023, 13:13