Autos auf dem Weg nach Armenien Autos auf dem Weg nach Armenien   (ANSA)

Armenien/Aserbaidschan: Massenexodus aus Berg-Karabach

Aus Angst vor ethnischen Säuberungen von Aserbaidschan gegen die armenische Minderheit, sind momentan 120.000 Armenier auf der Flucht. Am Sonntag war der schmale Korridor zwischen Armenien und Berg-Karabach voll von Autos, die nach Armenien wollten.

„99 Prozent wollen ihre historische Heimat verlassen“, sagte David Babayan, ein Berater des Präsidenten der selbsternannten Republik Berg-Karabach gegenüber Reuters.

Armeniens Premierminister Nikol Pashinyan wurde zum Rücktritt aufgefordert, weil er es versäumt hätte, Berg-Karabach zu retten. In einer Ansprache an die Nation erklärte er, dass zwar einige Hilfsgüter eingetroffen seien, ein Massenexodus aber unvermeidlich sei:

„Wenn keine angemessenen Bedingungen für die Armenier von Berg-Karabach geschaffen werden, damit sie in ihren Häusern leben können, und es keine wirksamen Schutzmechanismen gegen ethnische Säuberungen gibt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Armenier von Berg-Karabach das Exil aus ihrem Heimatland als einzige Möglichkeit sehen, ihr Leben und ihre Identität zu retten“, sagte er laut einer offiziellen Abschrift.

Hintergrund

In der vergangenen Woche startete Aserbaidschan unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung einen Angriff auf das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach. Nach wenigen Tagen wurde eine Waffenstillstand unter aserbaidschanischen Bedingungen erzwungen.

Im Kontext des Völkermordes an den Armeniern durch das Osmanische Reich haben Vertreter der armenisch-katholischen Kirche Bedenken geäußert, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.

(reuters - jo)

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25. September 2023, 12:25