Pietro Orlandi, Bruder von Emanuela Orlandi Pietro Orlandi, Bruder von Emanuela Orlandi 

Italien: Orlandi relativiert Äußerung zu Johannes Paul II.

Der Bruder der 1983 verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi hat sich von diffamierenden Äußerungen über Papst Johannes Paul II. distanziert. Er habe weder den damaligen Papst noch die Gläubigen verletzen wollen, sagte er in einer Talkshow auf „La7" am Dienstag.

Bei einer anderen Talkshow hatte Pietro Orlandi zuvor ein Tonband abgespielt, in dem ein römischer Mafioso behauptete, Johannes Paul II. habe nachts gemeinsam mit zwei Freunden heimlich den Vatikan verlassen, um minderjährige Mädchen zu entführen. Papst Franziskus wies dies vergangenen Sonntag öffentlich als „beleidigend und unbegründet" zurück. Auch in Polen und Italien kam es zu emotionalen Reaktionen.

Orlandi stellte nun klar, er habe die fragliche Aussage des römischen Kriminellen allein deshalb zu Gehör gebracht, weil sie bei den Ermittlungen zu dem Fall vorgekommen seien. Emanuela Orlandi verschwand 1983 im Alter von 15 Jahren spurlos in Rom.

Orlandi betonte, er sei weiterhin zur Kooperation mit dem vatikanischen Staatsanwalt Alessandro Diddi bereit. Dieser hatte auf Geheiß von Papst Franziskus kürzlich damit begonnen, den Fall neu aufzurollen. Vergangene Woche befragte der Vatikan-Staatsanwalt auch Pietro Orlandi etwa acht Stunden lang als „Informanten“ in der Causa. Dabei benannte Orlandi nach eigenen Angaben 28 Menschen, die nach seiner Vermutung in den Fall involviert gewesen sein könnten, unter ihnen mehrere Kardinäle.

(vatican news – gs)

 

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19. April 2023, 15:26