Suche

Tomo Vuksic (links) und Kardinal Vinko Puljic (rechts) Tomo Vuksic (links) und Kardinal Vinko Puljic (rechts) 

Vatikan: Vukšić wird Nachfolger von Kardinal Puljić in Sarajevo

Die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, eine Stadt, die im Krieg im ehemaligen Jugoslawien zwischen 1992 und 1995 ihr Martyrium erlitt, hat einen neuen Erzbischof: Tomo Vukšić, bisheriger Weihbischof Sarajevos.

Mario Galgano und Alessandro Di Bussolo - Vatikanstadt

Sarajevo hat einen neuen Erzbischof, der den Platz von Kardinal Vinko Puljić einnehmen wird, der mehr als 30 Jahre lang Oberhirte in der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina war. Papst Franziskus hat an diesem Samstag den Verzicht des Kardinals, der am vergangenen 8. September 75 Jahre alt wurde, angenommen. Sein Nachfolger Tomo Vukšić war bisher Koadjutor des Erzbischofs der Erzdiözese.

Von Banja Luka nach Zadar und seit 1990 nach Sarajevo

Vinko Puljić wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs in Banja Luka als zwölftes von dreizehn Kindern geboren und blieb im Alter von drei Jahren ohne Mutter. Sein Vater heiratete wieder und er wurde von seiner Stiefmutter aufgezogen. Er trat in das Kleine Seminar in Zagreb ein und besuchte anschließend das Kleine und Große Seminar in Dakovo. Er wurde am 29. Juni 1970 zum Priester geweiht und war bis 1978 in der Diözese Banja Luka inkardiniert. Nach seiner Versetzung in die Erzdiözese Zadar wurde er geistlicher Leiter des Kleinen Seminars. Im Jahr 1990 zog er als Vizerektor des Priesterseminars nach Sarajevo.

Seine Appelle zu Frieden und Menschenrechten während der Belagerung

Am 19. November 1990 wurde er zum Erzbischof von Sarajewo ernannt und erhielt am 6. Januar 1991 von Papst Johannes Paul II. die Bischofsweihe. Ein Jahr nach seiner Ernennung begann der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina und riss das ehemalige Jugoslawien auseinander. Während der Belagerung von Sarajevo zwischen April 1992 und Dezember 1995 zeichnete er sich durch seine aufrichtigen Friedensappelle und die Verteidigung der unveräußerlichen Rechte der menschlichen Person aus, wobei er sogar sein Leben riskierte. Er wurde 12 Stunden lang vom bosnisch-serbischen Militär gefangen gehalten.

Im Alter von 49 Jahren wurde er Kardinal

Johannes Paul II. erhob ihn im Konsistorium vom 26. November 1994 im Alter von nur 49 Jahren in den Rang eines Kardinals, auch als Zeichen seiner Nähe zu den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Menschen. Unter den von Johannes Paul II. ernannten Kardinälen geht ihm nur Alfonso Lopez Trujillo voraus, der 1983 im Alter von 48 Jahren zum Kardinal ernannt wurde. Er ist der zweite bosnische Kardinal in der Geschichte, vor ihm hatte der aus Bosnien-Herzegowina stammende Guido Del Mestri den Kardinalshut erhalten. Puljić trägt den Titel Santa Chiara a Vigna Clara.

Johannes Paul II. 1997 und Franziskus 2015 in Sarajevo

1997 gründete er zusammen mit den höchsten Vertretern der drei anderen Religionen des Landes den Interreligiösen Rat von Bosnien und Herzegowina. Im selben Jahr empfing er Papst Johannes Paul II. auf dessen historischer Reise 1997 nach Sarajevo und dann 2015 Papst Franziskus. Seit März 2015 ist er Vorsitzender der Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina. Dieses Amt hatte er bereits von 1995 bis 2002 und von 2005 bis 2010 inne. Er nahm am Konklave 2005 teil, bei dem Papst Benedikt XVI. gewählt wurde, sowie am Konklave 2013, bei dem Papst Franziskus gewählt wurde.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

29. Januar 2022, 13:27