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Papst Paul VI. Papst Paul VI.  

Franziskus würdigt Paul VI. als „Märtyrer“

Der Papst hat noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er seinen Vorgänger Paul VI. (1963-78) besonders schätzt. In einem Vorwort zu einem Buch über den Montini-Papst führt Franziskus das jetzt noch einmal aus.

„Ich habe oft darüber nachgedacht, ob dieser Papst nicht als ‚Märtyrer‘ betrachtet werden sollte“, schreibt Franziskus. Tatsächlich hat Paul VI. vor allem für sein Verbot künstlicher Empfängnisverhütung in der Enzyklika „Humanae vitae“, die ausgerechnet im Jahr der Studentenunruhen 1968 erschien, massive Kritik über sich ergehen lassen müssen. Einige bezeichneten ihn, weil er sich Entscheidungen nicht leicht machte, als „Hamlet auf dem Stuhl Petri“. Franziskus hat seinen Vorgänger 2014 selig- und 2018 heiliggesprochen.

Er habe im Umfeld der Seligsprechung Pauls VI. einmal zu einem Kardinal gesagt, dass er bei der Feier eigentlich ein rotes Gewand tragen müsse, schreibt der Papst. Rot ist die liturgische Farbe für Märtyrer. Das habe seinen Gesprächspartner, Kardinal Marcello Semeraro vom Heiligendikasterium, „nachdenklich gestimmt“.

„Am 15. Dezember 1969, während des klassischen Austausches von Weihnachtsgrüßen mit dem Kardinalskollegium und der römischen Kurie, wies Paul VI. darauf hin, dass das Zweite Vatikanische Konzil ‚einen Zustand der Aufregung und in gewisser Hinsicht der geistigen Spannung‘ hervorgerufen habe, einschließlich der Krise vieler Priester“, schreibt Franziskus. „In diesem Zusammenhang sagte er: ‚Dies ist unsere Dornenkrone‘.“

Paul VI. habe häufig dazu aufgerufen, die Kirche zu lieben. Besonders beeindrucke ihn, Franziskus, immer noch Pauls Dokument Evangelii Nuntiandi von 1975. In diesem Geist habe er auch 2013 sein eigenes Pontifikat begonnen.

(vatican news – sk)

 

 

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17. Januar 2024, 16:07