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Auf dem Petersplatz, an diesem Sonntag Auf dem Petersplatz, an diesem Sonntag  (AFP or licensors)

Angelus: Wenn der Papst ein Foto macht

Zu einem etwas altmodischen Vergleich hat Papst Franziskus an diesem Sonntag gegriffen, als er über die Liebe Gottes zu den Menschen sprach. Wir sollten Gottes Werke „im Geist fotografieren“ und sie dann „im Leben durch viele gute Gesten entwickeln“.

Dann werde „das Foto der Gottesliebe in uns und durch uns immer heller“, so der Papst beim Angelus-Gebet am Petersplatz in Rom. Das Bild vom Fotografen, der seine Bilder in der Dunkelkammer ins Säurebad legt, führt weit zurück in analoge Zeiten, als es noch kein Smartphone gab.

Es ging dem Papst darum, auf die Liebe Gottes, die uns Menschen umgibt, hinzuweisen: Wenn man nur richtig auf sie achthabe, dann nehme man sie auf Schritt und Tritt wahr.

Wie ein Kind über das Gute staunen

„Brüder und Schwestern, unser Leben ist, wenn wir darüber nachdenken, voller Wunder: Es ist voll von Gesten der Liebe, von Zeichen der Güte Gottes. (…) Fragen wir uns: Weiß ich trotz der Flut der Nachrichten, die uns überwältigen, bei den großen Dingen, die Gott vollbringt, stehen zu bleiben? Erlaube ich mir, wie ein Kind über das Gute zu staunen, das im Stillen die Welt verändert? Und segne ich den Vater jeden Tag für seine Werke?“

Damit bezog sich Franziskus auf das Evangelium dieses Sonntags, das ein Gebet Jesu wiedergibt: ‚Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast‘ (Mt 11,25).

Ein Herz ohne Eitelkeit

„Deshalb preist Jesus den Vater: weil seine Größe in der Liebe besteht und er niemals außerhalb der Liebe handelt. Aber diese Größe in der Liebe wird von denen nicht verstanden, die sich anmaßen, groß zu sein, und die sich einen Gott nach ihrem eigenen Bild machen: mächtig, unnachgiebig, rachsüchtig. Mit anderen Worten: Diejenigen, die von sich selbst eingenommen und stolz sind, die sich nur um ihre eigenen Interessen kümmern und überzeugt sind, dass sie niemanden brauchen, können Gott nicht als Vater annehmen.“

Anders die „Unmündigen“, von denen Jesus in seinem Gebet spricht. „Die Kleinen wissen, wie man Gottes Liebe aufnimmt, und Jesus lobt den Vater für sie (…). Er lobt ihn für die Einfachen, die ein Herz haben, das frei von Eitelkeit und Eigenliebe ist. Die Kleinen sind diejenigen, die sich wie Kinder bedürftig und auf andere angewiesen fühlen, die offen für Gott sind und über seine Werke staunen. Sie können seine Zeichen lesen, können staunen über die Wunder seiner Liebe!“

Sorge über Gewalt im Heiligen Land

Nach seinem Angelusgebet drückte Franziskus Unruhe über die Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern im Heiligen Land aus; er rief zu einem Dialog auf. Außerdem betete er für die Menschen, die in der Ukraine unter dem Krieg leiden. Und er grüßte die Pilger, die derzeit in Polen zum Marienwallfahrtsort Tschenstochau unterwegs sind.

(vatican news – sk)

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09. Juli 2023, 12:22