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Österreich: Aus der Geschichte lernen

Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat über die Wichtigkeit kirchlicher Gedenkveranstaltungen gesprochen. In Erinnerung an Todesmärsche von Mauthausen und Gusen in Oberösterreich während der NS-Zeit finden Gedenkveranstaltungen in der Diözese statt.

Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat die Bedeutung von Erinnerungs- und Gedenkkultur hervorgehoben und betont, „dass Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Menschenwürde keine Selbstläufer sind.“ Erinnern und Gedenken seien zutiefst christlich und zeichneten jede humane Kultur aus, so der Bischof in einer Aussendung der Diözese Linz am Freitag. Anlass ist die Ankündigung mehrerer kirchlicher Gedenkveranstaltungen in Erinnerung an die Opfer der Todesmärsche von Mauthausen und Gusen nach Gunskirchen während der NS-Zeit.

Leid der Opfer in den Blick nehmen

„Wir erkennen heute beschämt, dass mit der Shoah der Name des Ewigen geschändet wurde, ohne dass viele unserer christlichen Vorfahren im Glauben dies gespürt hätten“, so Bischof Scheuer. „Politische Naivität, Angst, eine fehlgeleitete Theologie, die über Jahrhunderte hinweg die Verachtung des jüdischen Volkes gelehrt hatte, und mangelnde Liebe haben viele Christinnen und Christen damals veranlasst, gegenüber dem Unrecht und der Gewalt zu schweigen, die jüdischen Menschen in unserem Land angetan wurden“, betonte der Linzer Bischof. Es gelte auch heute das Leid der Opfer in den Blick zu nehmen und so „Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Lernen aus der Geschichte“ zu ermöglichen.

Geh-Denken

Am 19. und 24. April laden jeweils die Katholische Jugend (KJ) OÖ und der "Treffpunkt mensch & arbeit" der Diözese zu "Geh-Denken" ein. Die Gedenkmärsche von Wels nach Gunskirchen bzw. bei der Kremsbrücke Ansfelden sollen dazu beitragen, die Gräueltaten des Naziregimes und die unzähligen Opfer nicht zu vergessen und zugleich Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zu feiern.

Teilnehmende seien eingeladen, Bänder mit Namen von NS-Opfern zu tragen und beim Gehen dieser Personen zu gedenken. „Erinnern an Menschen, die diesen Weg vor uns gingen - erinnern an die Namen dieser Menschen, die damals zu Nummern gemacht wurden und denen damit die Menschenwürde genommen wurde,“ das sei Sinn und Zweck der Veranstaltung so Organisatorin Ela Klein von der KJ.

(kap – fc)

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12. April 2024, 14:19