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Eine Teilnehmerin an dem Treffen im Märtyrer-Stadion von Kinshasa Eine Teilnehmerin an dem Treffen im Märtyrer-Stadion von Kinshasa  (Vatican Media)

Reaktionen zur Afrikareise des Papstes: „Apostel des Friedens“

Papst Franziskus‘ Botschaft der Versöhnung ist im Kongo und auch in der ehemaligen Kolonialmacht Belgien positiv aufgenommen worden. Gelobt wurden vor allem seine „klaren“ und „richtigen Worte“ an die überwiegend junge Bevölkerung, die er zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit ermutigte. Im Südsudan stiegen derweil die Erwartungen.

Vor Zehntausenden Jugendlichen in einem Stadion der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa hat sich Papst Franziskus am Donnerstag gegen Korruption und für Frieden und Versöhnung ausgesprochen. Das kam bei den Medien des afrikanischen Landes gut an.

Er habe seine Botschaft „klar und ohne Umschweife“ übermittelt, schreibt die Zeitung „Le Potentiel“. Franziskus habe seit seiner Wahl „besonderes Augenmerk auf die Jugend“ gelegt, lobt die Zeitung „La Reference Plus“. Im Kongo bekomme dies eine neue Bedeutung; dort sind laut Weltbank 47 Prozent der Einwohner jünger als 15 Jahre. Entsprechend sei der Papst beim Einzug ins Stadion „wie ein Rockstar“ empfangen worden, so der Sender „France24“.

Kongo: Apostel des Friedens und der Versöhnung

„Jetzt sind wir an der Reihe“

Die Zeitung „Forum des As“ überrascht ihre Leser zu Ehren des Papstbesuchs mit einem „Hauch Latein“: „Nunc laborare oportet“ – „Jetzt müssen wir arbeiten“, schreibt das Blatt und ruft die Kongolesen auf, die „Helden ihres eigenen Kampfes“ zu werden. Der Papst habe die richtigen Worte gegen die Gräuel im Ostkongo gefunden. Damit habe er „seinen Teil erfüllt“.

Während die „Pilgerreise des Friedens“ im Kongo an diesem Freitagmorgen ende, hätten seine Ansprachen großen Anklang in der Öffentlichkeit gefunden, berichtet der Staatssender RTNC. Auch nach Einschätzung des Blattes „Le Phare“ hat der Papst es geschafft, sich als „Apostel des Friedens und der Versöhnung“ zu positionieren: „Mit seiner Botschaft von Frieden und Trost hat er die richtigen Worte für ein Volk gefunden, das unter dem Horror eines ungerechten Krieges leidet.“

Belgien: Afrika zurück in die Nachrichten bringen

Auch in der ehemaligen Kolonialmacht Belgien begrüßte man den Auftritt des Papstes in der Demokratischen Republik Kongo. Kongolesische Medien zitierten am Freitag den ehemaligen Präsidenten der belgischen Abgeordnetenkammer, Andre Flahaut: „Papst Franziskus hat die richtigen Worte gefunden, um Afrika zurück in die Nachrichten zu bringen und vor der Tragödie im Ostkongo zu warnen“, so der Politiker.

Belgiens Herrschaft in „Belgisch-Kongo“ endete 1960. Vor Beginn der offiziellen Kolonialherrschaft ab 1908 hatte König Leopold II. das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo als Privatbesitz ausgebeutet. Experten vermuten, dass zwischen acht und zehn Millionen Menschen unter seinem Regiment ums Leben kamen. Die Auswirkungen der Schreckensherrschaft sind laut Experten bis heute spürbar. Zu Wochenbeginn betonte Belgiens König Philippe, er wolle weiterhin mit der Regierung in Brüssel zusammenarbeiten, um den Konflikt im Ostkongo zu beenden. Flahaut nannte diese und Papst Franziskus' Äußerungen „positiv“ für Afrika im Allgemeinen und speziell für den Kongo.

Südsudan: Vorbereitung laufen

Im Südsudan berichtete der Staatssender SSBC von den Vorbereitungen am John-Garang-Mausoleum, wo am Samstag ein Ökumenisches Gebet mit dem Papst stattfindet. Das Mausoleum ist nach Südsudans Staatsvater und Unabhängigkeitshelden benannt. Am Samstag würden für das Gebet „Tausende Gläubige“ erwartet, so SSBC.

Das „Catholic Radio Network“ widmet dem Bischof von Rumbek, Christian Carlassare, einen Artikel: Der italienische Geistliche hatte mit mehr als 80 Pilgern einen 400 Kilometer langen Fußmarsch nach Juba zurückgelegt. Damit wollte er die „Bedeutung von Einigkeit, Zusammenleben und geistlicher Liebe“ hervorheben, heißt es. In diesem Zusammenhang herrsche in der jüngsten Nation der Welt dringend Aufholbedarf, mahnt der Sender EyeRadio. Er berichtet von einem Massaker im südlichen Bezirk Kajo-Keji, dem offenbar ein Streit um Vieh vorausging. Bei dem Angriff am Donnerstag wurden 20 Menschen getötet.

(kna – pr)
 

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03. Februar 2023, 14:30