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Der gewählte Präsident der Philippinen, Marcos Jr., bei einer Pressekonferenz in Mandaluyong City Der gewählte Präsident der Philippinen, Marcos Jr., bei einer Pressekonferenz in Mandaluyong City 

Caritas Philippinen: „Prinzipientreue Zusammenarbeit“ mit Regierung

Die Caritas der Philippinen hat ihre Bereitschaft erklärt, mit dem designierten philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos auf Basis ihrer Prinzipien zusammenarbeiten.

„Wir werden, wie immer, eine prinzipientreue Zusammenarbeit mit der Regierung ausüben", hieß es am Donnerstag in einer auf dem Nachrichtenportal der Philippinischen Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung der katholischen Hilfsorganisation. Sie werde bei Initiativen der Regierung mitarbeiten, die „die Rechte und die Würde des philippinischen Volkes respektieren" und „die Rechtsstaatlichkeit und die Geschichte ehren".

Weiter betonte die Caritas: „Mit unserem Rechenschaftsprogramm nach den Wahlen werden wir ihn (Marcos) und alle gewählten Amtsträger für all ihre Wahlversprechen haftbar machen.“

Ferdinand Marcos Jr. und Sara Duterte waren am Mittwochabend vom Parlament offiziell zu Siegern der Präsidenten- beziehungsweise Vizepräsidentenwahl erklärt worden. Mehr als 31 Millionen Philippiner oder 58,8 Prozent stimmten für Marcos, mehr als 32 Millionen für Duterte, die Tochter des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte. Marcos soll am 30. Juni als Präsident vereidigt werden, während die Amtseinführung von Sara Duterte auf 19. Juni vorgezogen werden soll.

Stein des Anstosses

Die von der Caritas betonte „Ehrung der Geschichte" könnte ein Streitpunkt werden. Der Sohn des ehemaligen Diktators gleichen Namens (reg. 1965-1986) hatte im Wahlkampf das Regime seines Vaters als „goldenes Zeitalter" der Philippinen verherrlicht. Die designierte Vizepräsidentin Duterte wird dem Kabinett von Marcos als Bildungsministerin angehören und will erklärtermaßen die Schaffung einer patriotischen Generation" fördern. Kritiker von Marcos und Historiker befürchten eine Säuberung der Geschichtsbücher und Bibliotheken von kritischen Inhalten über die von Menschenrechtsverletzungen und Korruption geprägte Ära.

Das Vorziehen der Vereidigung Dutertes stößt auf Kritik. Beobachter sehen die Klage von Bürgerrechtlern gegen die Zulassung von Marcos als Präsidentschaftskandidat vor dem Obersten Gericht als möglichen Grund. Sollte das Gericht die Kandidatur für nichtig erklären, würde Duterte Präsidentin und ein Vakuum an der Spitze von Staat und Regierung vermieden.

(kna - mr)

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26. Mai 2022, 13:47