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Zusammenstöße am Freitag Zusammenstöße am Freitag 

Heiliges Land: Zusammenstöße auf Tempelberg

Auf dem Tempelberg, arabisch Haram al-Scharif, ist es am Freitagmorgen zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Mindestens 59 Personen wurden verletzt, wie örtliche Medien unter Berufung auf den Rettungsdienst Roter Halbmond berichteten.

Demnach drang die Polizei in die Heilige Stätte ein, nachdem maskierte Männer nach dem Morgengebet Steine und Feuerwerkskörper geworfen hatten. Zu dem Zeitpunkt sollen sich rund 12.000 Betende auf dem Gelände aufgehalten haben.

Die israelische Armee hatte laut Berichten am Donnerstagabend eine Abriegelung des besetzten Westjordanlandes zum Beginn des jüdischen Pessachfests angekündigt. Sie gilt zunächst von Freitagnachmittag bis Sonntag. Über eine Ausweitung soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Für palästinensische Männer aus den besetzten Gebieten gilt zudem für die Teilnahme an den Freitagsgebeten im islamischen Fastenmonat Ramadan nach palästinensischen Angaben ein Mindestalter von 50 Jahren.

Spannungen verschärft

Die Spannungen am Tempelberg hatten sich verschärft, nachdem eine radikale jüdische Gruppe für die Durchführung eines rituellen Pessachopfers auf dem Tempelberg geworben hatte. Palästinensische Vertreter warnten, dass Provokationen durch Juden an der heiligen Stätte einen neuen Kreislauf der Gewalt auslösen könnten. Gruppierungen im Gazastreifen riefen Palästinenser auf, sich am Freitag auf dem Haram al-Scharif zu versammeln.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

Status Quo

Der geltende Status Quo gestattet Nichtmuslimen den Besuch; das öffentliche Gebet auf dem Tempelberg ist Muslimen vorbehalten. An Besuchen nationalistischer Israelis sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

Das jüdische Pessachfest beginnt in diesem Jahr am Freitagabend mit Sonnenuntergang und endet am 22. April mit Anbruch der Dunkelheit. Es fällt damit in den islamischen Fastenmonat Ramadan, der am 1. April begonnen hat.

(kna – pr)

 

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15. April 2022, 09:45