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Spanien: Abgeordnete wollen Missbrauch untersuchen

Das Parlament in Madrid wird eine Untersuchungskommission zur kirchlichen Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Die Abgeordneten nahmen am Dienstag den entsprechenden Antrag von drei linken Parteien an.

Unter den Befürwortern war die Protestpartei „Podemos“, die als kleinerer Partner an der von den Sozialisten (PSOE) geführten Regierung beteiligt ist. Die konservative Volkspartei und die populistische Vox-Partei, die beide in der Opposition sind, stimmten dagegen.

Das Votum reagiert auf die Ankündigung der spanischen Bischöfe, kein unabhängiges Gutachten zu Missbrauchsfällen in Auftrag zu geben. Einen solchen Weg waren die französische Kirche (Sauvé-Bericht) sowie eine Reihe von Bistümern in Deutschland, zuletzt München-Freising, gegangen.

Kirche will Fall-für-Fall-Untersuchung

Bischöfe aus Spanien haben unlängst bei einem Treffen mit Papst Franziskus über Missbrauchsfälle gesprochen. Das bestätigte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Juan José Omella, nach der ad-limina-Begegnung vor Journalisten. Der kirchliche Umgang mit ungefähr 250 Missbrauchsfällen in den letzten siebzig Jahren, die eine Recherche der Zeitung „El País“ ergeben hatte, werde derzeit untersucht. Omella, der Erzbischof von Barcelona ist, versicherte, das Dossier, das auch der Glaubenskongregation zugegangen ist, liege jetzt in allen spanischen Bistümern vor und werde dort eingehend geprüft.

Bei den Gesprächen im Vatikan sei betont worden, es sei vor allem wichtig, sich für die Opfer zu engagieren. Darin seien sich auch der Papst und die spanischen Bischöfe einig. Eine umfassende und unabhängige Missbrauchs-Studie, wie sie Deutschland, Frankreich und auch Portugal in Auftrag gegeben haben, hält Omella mit Blick auf Spanien nicht für nötig. Seine Ortskirche verfolge einen „dezentralen Ansatz“, vor allem die einzelnen Bistümer seien gefragt.

(vatican news/el pais – sk)
 

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02. Februar 2022, 10:37