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Philippinen: Erzbischof ruft zu Protest gegen Korruption auf

Der Erzbischof von Lingayen-Dagupan, Socrates Villegas, hat Priester und Gläubige auf den Philippinen zu Protesten gegen mutmaßliche Veruntreuung der für den Kampf gegen Corona vorgesehenen Finanzmittel im Gesundheitsministerium aufgerufen.

Katholiken dürften nicht teilnahmslos dem „Schlachtfeld zwischen Gut und Böse“ zuschauen, sondern müssten Partei ergreifen, betonte der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz in einem am Freitag veröffentlichten Hirtenbrief. Für Neutralität dürfe kein Platz sein: „Wer den Dieb nicht anklagen will, macht sich mitschuldig“.

Im Zentrum des Korruptionsskandals steht ein umgerechnet 205 Millionen Euro schwerer Vertrag, den das Gesundheitsministerium mit der Firma Pharmally Pharmaceutical Corporation zum Kauf von medizinischer Schutzausrüstungen geschlossen hatte. Beamte des Ministeriums und Inhaber von Pharmally stehen in dem Verdacht, sich durch überteuerte Preise für das Material mehrere Millionen in die eigenen Taschen gewirtschaftet zu haben.

„Mörderische und korrupte öffentliche Ordnung“

Wie Anfang dieses Monats durch eine Untersuchung des oppositionellen Senators Richard Gordon bekannt wurde, war Michael Yang, ein ehemaliger Berater von Präsident Rodrigo Duterte, eng mit dem erst 2020 gegründeten Pharma-Unternehmen verbunden. Duterte hatte bereits zuvor Regierungsbeamten jegliche Zusammenarbeit mit dem Pharmally-Untersuchungsausschuss verboten.

Bereits Anfang September hatten drei katholische Erzbischöfe, darunter auch Villegas, in einem gemeinsamen Hirtenbrief die Gläubigen ihrer Diözesen zum gewaltfreien Widerstand gegen die „mörderische und korrupte öffentliche Ordnung“ aufgefordert. Dies sei die „moralische Pflicht“ von Katholiken. Weitere Unterzeichner des Aufrufs waren der Erzbischof von Nueva Segovia, Marlo Peralta, sowie der Erzbischof von Tuguegarao, Ricardo Baccay.

(kna – sk)
 

22 Oktober 2021, 14:25