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Zehntausende Migranten durchqueren Mexiko  auf dem Weg in die USA und sind dabei etlichen Gefahren ausgesetzt Zehntausende Migranten durchqueren Mexiko auf dem Weg in die USA und sind dabei etlichen Gefahren ausgesetzt 

Mexiko: Kirche fordert Ende der Repression gegen Migranten

Die katholische Kirche in Mexiko hat die linksgerichtete Regierung von Präsident Andres Manuel Lopez Obrador dazu aufgerufen, die Politik der Repression gegen Migranten zu beenden.

Es sei stattdessen notwendig, dem verfassungsmäßigen Auftrag nachzukommen und die Menschenrechte jedes Einzelnen zu respektieren, sagte der Bischof der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez, Jose Guadalupe Torres Campos, laut der Tageszeitung „La Jornada" bei einer Pressekonferenz der Mexikanischen Bischofskonferenz am Donnerstag (Ortszeit).

„Wir wollen kein Mexiko, in dem der Körper und der Schmerz ausländischer Menschen, die sich entschieden haben, auszuwandern, um ein besseres Leben zu finden, verkauft werden", betonte Torres Campos und kritisierte eine Komplizenschaft zwischen der Politik und der organisierten Kriminalität bei der Ausbeutung der Migranten. Zugleich bot Torres Campos der mexikanischen Regierung die Unterstützung und Kooperation der Kirche in der Migrationsarbeit an.

Gefährliche Migrationsroute

Der Weg durch Mexiko in die USA gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten weltweit. Nimmt man die Daten der „Internationalen Organisation für Migration" (IOM), sind allein in diesem Jahr 475 Migranten auf dem Weg von Mexiko in die USA verschwunden oder gestorben – zum Vergleich: In diesem Jahr gab es in der weniger genutzten europäischen Balkanroute 20 derartiger Fälle, im gesamten Mittelmeer waren es 1.465. Die Zahl bezieht sich jedoch nur auf offiziell bestätigte Todes- und Vermistenmeldungen, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen - zum Beispiel, weil viele Fälle nie gemeldet werden oder etwa Opfer von Bandenkriminalität oft nicht als Migranten zu identifizieren sind. Andere Schätzungen gehen deshalb von 30 Migranten aus, die im Schnitt pro Tag auf dem Weg in die USA verschwinden. 

Verbrechen oft „in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen“

Zur hohen Anzahl an Verbrechen gegen Migranten erklärte Sofía de Rubina vom renommierten Menschenrechtszentrum „Centro ProDH" gegenüber dem „Deutschlandfunk“: „Sehr oft sind organisierte Verbrecherbanden für diese Taten verantwortlich. Meist geht es um Erpressung und Menschenhandel. An der Grenze zu Guatemala geschieht dies in Zusammenarbeit mit zentralamerikanischen Banden. Und in ganz Mexiko zumeist in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, nicht nur mit korrupten Ortspolizisten, auch auf regionaler und Bundesebene, sogar mit der Bundesbehörde für Migration.“

Zuletzt häuften sich wieder Berichte von Menschenrechtsorganisationen über massive Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen von Sicherheitskräften und der organisierten Kriminalität gegenüber Migranten bei der Einreise sowie auf der Durchreise durch Mexiko in Richtung USA.

(kna/df – gh)

15 Oktober 2021, 12:07