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Vatican News
Schüler in Haiti nach dem Erdbeben vom vergangenen August Schüler in Haiti nach dem Erdbeben vom vergangenen August  (AFP or licensors)

Haiti: Schulen nicht bereit für eine sichere Wiedereröffnung

Die vom Erdbeben am 14. August betroffenen Schulen in Haiti sind noch nicht bereit, am 4. Oktober sicher wieder zu öffnen. So lautet die Warnung von „Save the Children“ einen Monat nach dem Erdbeben der Stärke 7,2. Bei der Naturkatastrophe wurden mehr als 1.060 Schulgebäude zerstört und beschädigt.

Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Kinder so schnell wie möglich in die Schule zurückkehren könnten, so eine Mitteilung von „Save the Children“ von diesem Mittwoch. Die Organisation arbeitet mit der haitianischen Regierung und anderen Stellen zusammen, um eine sichere Rückkehr in die Schule und die Wiederaufnahme des täglichen Lebens zu gewährleisten.

Viele Gebäude beschädigt oder völlig zerstört

Nach einer Schätzung von Experten sind von den 14 Gebäuden, die „Save the Children“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern „Sikse“ und „Prodev“ in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten unterstützt, vier durch das Erdbeben völlig zerstört worden oder müssten vollständig wieder aufgebaut werden. Sechs müssten umfassend saniert werden, während vier - darunter zwei, die von „Save the Children“ gebaut wurden - strukturell stabil und sicher für die Rückkehr zum Unterricht seien.

„Sie brauchen dringend die Unterstützung und die Normalität, die das schulische Umfeld bietet.“

„Die Kinder in Haiti haben einen Alptraum überlebt und erleben weiterhin Angst und Schrecken. Viele von ihnen haben alles verloren - ihr Zuhause, ihre Verwandten und Freunde. Viele sagen uns, dass sie nicht schlafen können. Sie brauchen dringend die Unterstützung und die Normalität, die das schulische Umfeld bietet“, sagte Perpétue Vendredi, stellvertretende Direktorin von „Save the Children“ in Haiti. Schon vor dem Erdbeben seien rund 500.000 Kinder vom Schulabbruch bedroht gewesen, oft aufgrund von Schließungen aufgrund von Covid-19 und Unsicherheit.

Eines der prekärsten Schulsysteme weltweit

Laut dem „Save the Children“-Bericht „Build forward better“ gehört das haitianische Bildungssystem nach Syrien und Jemen zu den 15 am stärksten gefährdeten Schulsystemen der Welt. Als Hilfsmaßnahme nach dem Erdbeben schlägt die Organisation vor, temporäre Strukturen zu errichten, bis die Schulgebäude wiederhergestellt oder neu gebaut seien. Darüber hinaus sei „Save the Children“ bereit, in den betroffenen Gemeinden kinderfreundliche Räume einzurichten, um Kindern einen sicheren Ort zum Spielen, für soziale Kontakte und für psychosoziale Unterstützung zu bieten. In diesen Räumen soll es Bereiche geben, in denen die Mütter ihre Kinder stillen und versorgen könnten.

Forderung: Mehr Geld für Haiti

„Save the Children“ fordert die internationale Gemeinschaft auf, „die humanitäre Hilfe in Haiti, die immer noch stark unterfinanziert ist, vollständig zu finanzieren. Bildung muss bei den Wiederaufbauplänen Vorrang haben.“

(sir – mg)

15 September 2021, 09:31