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Durch den Tigray-Konflikt intern Vertriebene packen in der äthiopischen Stadt Dessie mit an, um einen Laster mit Lebensmittelhilfen zu entladen Durch den Tigray-Konflikt intern Vertriebene packen in der äthiopischen Stadt Dessie mit an, um einen Laster mit Lebensmittelhilfen zu entladen  (AFP or licensors)

Äthiopien: Humanitäre Hilfe beeinträchtigt, aber nicht ausgesetzt

Die humanitäre Hilfe für die Region Tigray in Äthiopien wurde „schwer beeinträchtigt, aber nicht ausgesetzt“. Diese Klarstellung kommt von der Äthiopischen Bischofskonferenz (ECBC), die in einer Mitteilung vom 2. September auf die in den vergangenen Tagen verbreiteten Nachrichten reagiert.

„Die humanitären Maßnahmen in Tigray", so erklärt die ECBC, „werden durch den unaufhörlichen Krieg, der zu einer ständigen Unterbrechung und dem Fehlen jeglicher Dienstleistungen, vom Treibstoff bis zur Telekommunikation, führt, stark beeinträchtigt“. Es sei jedoch falsch, dies so zu interpretieren, als ob die humanitäre Hilfe dauerhaft eingestellt worden wäre.

Vielmehr versuche die Kirche, „verschiedene mögliche Alternativen zu nutzen, wie z.B. den Einsatz von Logistikgruppen der Vereinten Nationen, um der Bevölkerung Grundnahrungsmittel zukommen zu lassen“. Daher gebe es „keine Aussetzung der humanitären Hilfe in Tigray“.

Gebetswoche für den Frieden und ein Ende der Instabilität

Die katholische Kirche Äthiopiens hat darüber hinaus vom 6. bis 10. September eine Gebetswoche für ein Ende der Instabilität in der Region und für die Verwirklichung des Friedens ausgerufen. „Wir bitten alle Gläubigen“, so die Bischöfe in ihrer Mitteilung, „die väterliche Vorsehung Gottes anzurufen“ und besondere Kollekten zu organisieren, deren Erlös den Binnenvertriebenen zugute kommen soll.

Der Konflikt in Tigray begann am 4. November 2020, nachdem die Regierung in Addis Abeba die Volksbefreiungsfront von Tigray TPLF beschuldigt hatte, einen Angriff auf einen Militärstützpunkt des Bundes verübt zu haben. Der daraus resultierende gewaltsame Konflikt zwischen Armee und TPLF, wurde seitdem in wechselnden Phasen fortgesetzt. Ende Juni erklärte die äthiopische Regierung einen einseitigen Waffenstillstand und zog ihre Streitkräfte aus der Region ab, auch um die Lieferung von Nahrungsmittelhilfe zu erleichtern und der Bevölkerung angesichts der Nahrungsmittelnot eine Rückkehr zur Landwirtschaft zu ermöglichen.

Die TPLF akzeptierte den Waffenstillstand jedoch nicht und rückte stattdessen mit ihren bewaffneten Gruppen an die Grenzen zur Amhara-Region vor, deren Truppen in den letzten Monaten an der Seite von Addis Abeba gekämpft haben. Am 18. Juli rief der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed andere Regionen des Landes auf, gegen die TPLF vorzugehen. Die Befreiungsfront hat ihrerseits die Regional-Hauptstadt Mekelle zurückerobert, Vereinbarungen mit anderen bewaffneten Gruppen getroffen und ihre Offensive intensiviert.

(vatican news - cs)

04 September 2021, 13:30