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Eine glückliche Mutter in Kaduna umarmt ihre freigelassene Tochter, die zuvor entführt worden war. Eine glückliche Mutter in Kaduna umarmt ihre freigelassene Tochter, die zuvor entführt worden war.  (AFP or licensors)

Nigeria: Kirchen in Kaduna prangern Christenverfolgung an

Internationale kirchliche Organisationen sollten Missionen durchführen, um herauszufinden, was im nigerianischen Bundesstaat Kaduna vor sich geht. Das fordern die Kirchen in dem nigerianischen Bundesstaat.

Es gehe darum, der Gewalt gegen Christen in Kaduna ein Ende zu setzen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Dies ist der Appell, den John Joseph Hayab, nationaler Direktor der Global Peace Foundation und Präsident des Kaduna-Zentrums der Christian Association of Nigeria, über das Portal des Ökumenischen Rates der Kirchen veröffentlichte. „Die christliche Welt muss ihre Augen auf Kaduna richten, um uns zu helfen, denn was hier geschieht, ist ein Völkermord, eine Verfolgung des Glaubens“, sagt Hayab, der die ständigen Angriffe auf Christen und das geringe Eingreifen des Staates beklagt.

Seit 2015 habe die Gewalt gegen Christen überhandgenommen, Angriffe auf Dörfer, Häuser und Kirchen hätten zugenommen, ebenso wie Viehdiebstähle und Entführungen. Seit letztem Jahr wurden etwa 1.000 Menschen getötet und 500 Christen entführt, darunter 18 evangelische Pastoren. Vier Pastoren seien getötet worden, und nach einem Bericht der Christian Association of Nigeria wurden mehr als 300 Millionen Naira (etwa 730.000 US-Dollar) an Lösegeld gezahlt.

Hintergründe der Gewalt

Laut Hayab stünden religiöse Verfolgung, territoriale Ambitionen und ethnische Säuberungen im Mittelpunkt der Gewalt in den Gemeinden. Immer wieder würden Pastoren, ihre Familien und Studenten entführt, vergewaltigt und nur gegen hohe Lösegelder freigelassen, und manchmal würden die Opfer nicht lebend freigelassen. Das Christentum sei eine der beiden Hauptreligionen im Bundesstaat Kaduna, doch in der Hauptstadt Kaduna-Stadt gebe es eine demografische Kluft, da die Christen im Süden und die Muslime im Norden lebten. In den ländlichen Gebieten des Südens lebe die Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft, aber die Unsicherheit habe viele von ihren Höfen vertrieben.

In einer Zeit, in der das Land mit verschiedenen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sei, bringe die Zunahme der Armut weitere Probleme mit sich. Hayab sagt, dass diese Situation die Existenz aller bedrohe, denn wenn Armut und Hunger zunehmen würde, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die Kriminalität zunheme. Er fordert daher ein ernsthaftes Engagement der Regierung und der Sicherheitsbehörden und schlägt vor, dass die Kirchen Sicherheitsstrategien, Unterstützungssysteme und Netzwerke auf lokaler, staatlicher und nationaler Ebene entwickeln, um mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

(vatican news – mg)

18 August 2021, 13:23