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Vatican News
Eine Demo in Port-au-Prince an diesem Samstag Eine Demo in Port-au-Prince an diesem Samstag  (ANSA)

Unicef ist besorgt über Lage auf Haiti

Ungefähr ein Drittel aller Kinder in Haiti ist dringend auf Hilfe angewiesen. Darauf weist das Kinderhilfswerk Unicef hin. In einer Mitteilung vom Freitag spricht es von etwa 1,5 Millionen Kindern.

Die starke Verschlechterung der humanitären Lage in dem karibischen Inselstaat führt Unicef auf eine ganze Reihe von Faktoren zurück. Es nennt Bandengewalt, eingeschränkten Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und Gesundheits-Dienstleistungen, ein durch Corona geschwächtes Schulsystem und häufige Naturkatastrophen.

Angesichts des Mordes an Präsident Jovenel Moise zeigt sich Unicef sehr besorgt über die schlechte Sicherheitslage. Das Hilfswerk fürchtet, dass humanitäre Helfer nur eingeschränkt arbeiten können. Es spricht von der „schlimmsten humanitären Krise im Land im Lauf der letzten Jahre“, und diese Krise werde „von Woche zu Woche schlimmer“.

Keine einzige Dosis Impfstoff eingetroffen

„Wenn bewaffnete Banden auf den Straßen gegeneinander kämpfen und die Kugeln fliegen, wird es schwierig, die ärmsten Familien mit unseren Lieferungen zu erreichen“, so Unicef. Hilfswerke bräuchten dringend die Garantie, sich frei bewegen zu können. Wegen der Gewalt in der Hauptstadt Port-au-Prince und Umgebung hätten mehr als 15.000 Frauen und Kinder ihr Heil in der Flucht suchen müssen – die meisten davon in den letzten Wochen.

Zur Corona-Lage auf Haiti bemerkt Unicef, das Land sei das einzige der westlichen Hemisphäre, wo „keine einzige Dosis Impfstoff angekommen“ sei. „Das ist inakzeptabel.“

(unicef – sk)
 

10 Juli 2021, 13:20