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Chaldäische Kirche in Bagdad Chaldäische Kirche in Bagdad  (ANSA)

Irak: Glaube und Zugehörigkeit nicht für Wahlzwecke ausnutzen

Die chaldäischen Bischöfe und Priester rufen die irakischen Bürger auf, bei den nächsten Wahlen nicht auf die Religionszugehörigkeit der Kandidaten zu achten, sondern auf deren „Qualitäten und Versprechen“ zu achten. Die nächsten Wahlen stehen im Oktober an.

In den kommenden Monaten, während des Wahlkampfes im Hinblick auf die im Oktober anstehenden politischen Wahlen, sei es angebracht, „wachsam zu sein“, so der Appell der chaldäischen Kirche. Man müsse sich hüten vor politischen Aufrufen zum Glauben und zur kirchlichen Zugehörigkeit. Diese dürften nicht zu Wahlzwecken ausgenutzt werden.

Der gemeinsame Appell der chaldäischen Bischöfe und Priester wurde zum Abschluss der geistlichen Exerzitien veröffentlich, die sie gemeinsam in Ankawa, einem überwiegend von Christen bewohnten Vorort von Erbil, durchgeführt haben. Die Mahnung ist in der Mitteilung zu lesen, die während der Tage der geistlichen Übungen verbreitet wurde. Die Exerzitien fanden vom 19. Bis 24. Juli stand und wurden unter dem Vorsitz des chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako durchgeführt. Die Gebets- und Meditationsmomente stammten von dem libanesischen Priesters Raphael Traboulsi.

80 Teilnehmer

80 Teilnehmern besuchten die Exerzitientage, darunter waren 10 Bischöfe. In ihrem Aufruf fordern die chaldäischen Bischöfe und Priester die Bürger auf, die Wahlen nicht zu vernachlässigen und ihre Vertreter unter den Kandidaten zu wählen, die „Kompetenz und Fähigkeit, d.h. Wissen über Politik und Recht, gutes Benehmen, Sinn für das Land, Aufrichtigkeit, Integrität und Mut“ zeigen würden. Die idealen Kandidaten, so die Botschaft weiter, „sind diejenigen, denen das Gemeinwohl am Herzen liegt und die nicht in erster Linie die Interessen der eigenen Fraktion verteidigen“.

Vor einer Woche hatte Kardinal Sako darauf hingewiesen, dass das Risiko des Betrugs und die Erfahrung der Vergangenheit, des Anteils an Parlamentssitzen „beraubt“ worden zu sein, den das Wahlsystem für Kandidaten aus christlichen Gemeinschaften reserviert, viele Christen auch zum Boykott der bevorstehenden Parlamentswahlen bewegen könnte. In einem Interview mit dem Mediennetzwerk „Rudaw“ verwies Patriarch Sako insbesondere auf die „Müdigkeit“ der christlichen Wähler, aufgrund der weit verbreiteten Überzeugung, dass der für die christlichen Bevölkerungsanteile reservierte Anteil an Sitzen von den anderen Parteien und politischen Kräften „wieder einmal enteignet“ werde könnte.

Das irakische Wahlsystem sieht 5 der 329 Parlamentssitze für christliche Kandidaten vor.

(fides – mg)

24 Juli 2021, 11:45