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Erinnerung an P. Stan Swamy+ Erinnerung an P. Stan Swamy+ 

Indien: Kirche erinnert an Menschenrechtler Swamy

Der Subkontinent erlebt eine Welle an Solidaritäts- und Trauerbekundungen für den Menschenrechtsaktivisten P. Stan Swamy. Für den Jesuiten und Vorkämpfer für Indigenen-Rechte, der am 5. Juli 84-jährig in Untersuchungshaft verstorben war, wurde am Mittwoch in vielen Städten - darunter auch in der Hauptstadt Neu-Delhi sowie in Ranchi, Kalkutta und Jamshedpur - ein „nationaler Gedenktag“ veranstaltet.

An dem „Gedenktag“ beteiligten sich Christen wie auch viele Nicht-Christen. Dazu aufgerufen hatte der Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz, Kardinal Oswald Gracias. „Wir, die besorgten Bürger Indiens, stehen hier in Solidarität und begehen diesen Gedenktag als nationalen Tag für Gerechtigkeit, um unseren tiefen Respekt für Stan Swamy zu bekunden“, erklärte der Präsident der südasiatischen Jesuitenkonferenz, P. Stanislaus D'Souza.

Der Tod seines Mitbruders habe viele in Indien „wachgerüttelt“. Angesichts steigender Ungleichheit, Gewalt, Gräueltaten und Diskriminierung im Land sei es Swamys Botschaft, „nicht zu schweigen, sondern Werte der Indischen Verfassung wie Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hochzuhalten“, sagte D'Souza. Swamys Tod dürfe nicht das Ende davon bedeuten.

Seine Rechte respektieren

Die Bestürzung über die Behandlung P. Swamys durch die Regierung kam bei den Veranstaltungen deutlich zum Ausdruck. In der Kathedrale von Neu Delhi hielt der Menschenrechtsaktivist und Uni-Professor Apoorvanand fest, der verstorbene Ordensmann habe im Gefängnis „nicht um Gnade gebeten, sondern darum, dass seine Rechte respektiert werden“.

Stan Swamy hatte sich für die Rechte von armen und marginalisierten indigenen Gruppen in Indien eingesetzt. Im Oktober 2020 wurde er wegen angeblichen terroristischen Aktivitäten verhaftet und befand sich in Untersuchungshaft in einem Gefängnis nahe Mumbai. Die Vorwürfe bestritt Swamy stets. Trotz schwerer Parkinsonerkrankung und steigenden Corona-Fällen in den Gefängnissen wurde ihm eine Freilassung auf Kaution verweigert. Am 5. Juli verstarb er nach einer Covid-Infektion an einem Herzinfarkt.

(kap – mg)

30 Juli 2021, 13:20