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Eritrea: Die Verstaatlichung und Schließung kirchlicher Schulen zieht immer weitere Kreise Eritrea: Die Verstaatlichung und Schließung kirchlicher Schulen zieht immer weitere Kreise  (ANSA)

Eritreas Bischöfe klagen an: Nein zur Verstaatlichung katholischer Schulen

Die Bischöfe des nordostafrikanischen Landes protestieren gegen die zunehmende Verstaatlichung und Schließung katholischer Schulen. In einem Schreiben an Bildungsminister Semere Reesom prangern sie die Regierungsmaßnahmen an, die „nicht nur die Rechte der Kirche beschneiden, sondern auch gegen die elementarsten Grundsätze der Gerechtigkeit verstoßen.“

„Wir bedauern die Maßnahmen, mit denen uns die Regierung Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen wegnimmt, die uns rechtmäßig gehören", beklagen die Bischöfe Eritreas in ihrem Protestschreiben an den Bildungsminister des Landes.

Die Bischöfe machen darauf aufmerksam, dass die Dienste der Kirche im Land bereits durch die kürzlich erfolgte Beschlagnahmung katholischer Kliniken stark einschränkt worden seien – ein Schicksal, das 2018 bereits mehrere weiterführende kirchliche Schulen ereilt habe. Und nun hätte man damit begonnen, „im ganzen Land die verbliebenen Bildungseinrichtungen – von Kindergärten bis zu Grundschulen – zu beschlagnahmen oder zu schließen,“ heißt es in dem Schreiben weiter.

Wie die Bischöfe klarstellen, sind die Dienste, die die katholische Kirche anbietet, „nicht als Konkurrenz für das gedacht, was der Staat in den gleichen Bereichen tut“, sondern wollten der Bevölkerung lediglich „ein größeres Angebot zur Verfügung stellen“.

Die Regierungsmaßnahmen „beschneiden nicht nur die Rechte der Kirche, sondern verstoßen auch gegen die elementarsten Grundsätze der Gerechtigkeit, weil den Familien so die Möglichkeit genommen wird, ihre Kinder auf eine Schule ihrer Wahl zu schicken,“ bringen die Bischöfe die Problematik der von der Regierung geplanten Maßnahmen auf den Punkt.

So habe man beispielsweise die Schließung und Verstaatlichung von Gesundheitseinrichtungen, „die Menschen mit vorbildlichem Einsatz versorgen, ohne dabei zwischen Religionen und Ethnien zu unterscheiden“, damit begründet, dass die beschlagnahmten Einrichtungen „dem Volk gehören, und nicht der Kirche.“

Eine Verzerrung der Wahrheit...

„Das ist eine offene Verzerrung der Wahrheit, die die Menschen verwirren soll,“ stellen die Bischöfe klar und betonen, dass es nur recht und billig sei, dass die katholischen Bischöfe Eritreas diese falsche Darstellung der Fakten anprangerten. „Die Schulen und Kliniken, die bereits beschlagnahmt oder geschlossen wurden und jene, die dasselbe Schicksal erleiden sollen, sind das rechtmäßige Eigentum der katholischen Kirche, und wurden im höchsten und ausschließlichen Interesse des Dienstes an der Bevölkerung gebaut und eingerichtet.“

„Die katholische Kirche in Eritrea wird – ihren Leitprinzipien entsprechend – auch weiterhin den Weg des Dialogs, des gegenseitigen Verständnisses, des Friedens und des gegenseitigen Respekts befürworten und verteidigen,“ schließt das Schreiben der eritreischen Bischöfe.

(fides - skr)

 

22 Juni 2021, 11:38