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Vatican News
Trauer um Gewaltopfer in Cali Trauer um Gewaltopfer in Cali  (AFP or licensors)

UNO/Kolumbien: Große Sorge wegen Gewalteskalation

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat sich besorgt über die jüngsten Unruhen in Kolumbien gezeigt. Nach den blutigen Protesten in der Millionenstadt Cali rief Bachelet am Sonntag in Genf alle Seiten zu einem Ende der Gewalt auf. Nur in einem friedlichen Dialog ließen sich die Probleme Kolumbiens lösen, betonte auch die Kirche.

Das südamerikanische Land wird seit gut einem Monat von Sozialprotesten erschüttert, die sich an einer inzwischen zurückgenommen Steuerreform entzündeten. Unterdessen fordern die Demonstranten unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, eine Reform des Rentensystems und eine vollständige Umsetzung des Friedensabkommens mit der linksgerichteten Ex-Guerillabewegung FARC.

Bachelet mahnte, die Gespräche wieder aufzunehmen, an denen sich zuletzt neben der Regierung auch die Organisatoren der Demonstrationen sowie Vertreter der Vereinten Nationen und der katholischen Kirche beteiligt hatten.

Erzdiözese Cali ruft zu Gewaltverzicht auf

Die Erzdiözese Cali rief am Wochenende zum Ende der Gewalt auf: Unter dem Titel „Nicht einer mehr“ fordert sie alle Kolumbianer dazu auf, von dem Einsatz von Gewalt, Rache und Selbstjustiz abzusehen: „Die Gerechtigkeit in die eigenen Hände zu nehmen, ist eine Falle bei der Verteidigung von Leben und Rechten“, heißt es in der Erklärung: „Wir lassen uns auf keine Provokation ein.“ Verbrechen müssten von der Justiz und von Menschenrechtsverteidigern untersucht werden. „Jeder Tote gehört zu einer Familie, die auf ihn wartet, zu einem Volk, das sich danach sehnt, in Frieden zu leben, mit Wahrheit und Gerechtigkeit, ohne Waffen und in einem Staat, der dies garantiert“, heißt es in der Erklärung weiter.

Cali ist eine der Hochburgen des Protestes. Seit Freitag sollen dort 14 Menschen gestorben sein, hinzu kommen 98 Verwundete. Immer wieder gibt es Vorwürfe von Polizeigewalt. Umgekehrt stehen auch die Demonstranten in der Kritik, weil sie brutal und chaotisch auftreten. Auf Geheiß von Präsident Ivan Duque sind Berichten zufolge inzwischen mehr als 1.000 Soldaten in Cali im Einsatz. Die Lage gilt als angespannt.

(vatican news/kna – pr)
 

30 Mai 2021, 16:40